Die Bilder aus der spanischen Exklave Ceuta erschüttern: Tausende Menschen im Wasser, überfüllte Strände, hektische Szenen an Europas Außengrenze. Solche Aufnahmen prägen die Wahrnehmung stärker als jede Statistik. Doch wer nur auf die Bilder blickt, versteht die Wirklichkeit nicht.
„Geht doch hinaus, es ist so schön draußen. Ihr werdet doch nicht an so einem herrlichen Tag herinnen sitzen“, sagten unsere Eltern meiner Schwester und mir immer wieder in den Sommerferien: „Lesen könnt ihr auch, wenn es regnet.“
„Ich bin derzeit nicht erreichbar. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an ...“ Sommer, das ist die Zeit der automatischen Antworten. Ein Abwesenheitsagent sorgt dafür. Oder ist es eine Agentin? Es sei dahingestellt.
Man verliert so leicht den Überblick. Bombardiert die USA des Nachts gerade noch Ziele im Iran und antwortet der Iran mit Drohnen, oder herrscht eine Kampfpause von ungewisser Dauer?
Heidelbeeren brauchen sauren, Lavendel gedeiht besser auf kalkhaltigem Grund. Es wächst eben nicht alles überall – zumindest nicht gleich gut. Auch nicht der Friede der Welt.