BRIEF_KASTEN
Warten auf den Bus, auf ein Prüfungsergebnis, auf die Ankunft von Gästen, auf das Ende eines langweiligen Vortrags oder auf den Frühling.
Warten ist eine Disziplin, die oft Geduld erfordert und wo man manchmal nicht weiß, wie das Resultat aussehen wird. Es ist mit Ungewissheit verbunden – kommt der Bus eh noch, hab ich die Prüfung bestanden, stehen die Gäste im Stau? Für jemanden wie mich, die keine Überraschungen mag, gerne vorausplant und im Allgemeinen wenig Geduld hat, kann das schon mal zur Herausforderung werden.
Jedoch ist klar, dass nicht alles im Leben planbar ist und es sich manchmal sogar lohnen kann, auf etwas zu warten. Dazu fallen mir zwei Sprüche ein, der erste, etwas zynische „Bring Gott zum Lachen und mach Pläne“ und den zur Geduld aufrufenden „Gut Ding will Weile haben“. Vielleicht versuche ich, als späten Neujahrsvorsatz, vor allem Letzteres mehr in meinen Alltag zu integrieren. Wenn allerdings wieder mal der Zug Verspätung hat oder ich (meistens daraus resultierend) den Bus verpasse, bin ich mir nicht sicher, ob nicht Atemübungen zur Aggressionskontrolle besser funktionieren würden. Zumindest kann ich mir jetzt während des Wartens auf den nächsten Bus die lang vermisste Frühlingssonne ins Gesicht scheinen lassen.
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