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Mit Extremsport gegen die Ohnmacht

WELTKIRCHE_

Mit enormen Ausdauerleistungen will Denis Holub Kinder vor dem Hungertod retten. Dazu hat der junge Athlet einen Staffel-Triathlon quer durch Europa ins Leben gerufen. 

Ausgabe: 17/2026
21.04.2026
- Paul Stütz
Glücklich am Ziel: Denis Holub (links im Bild) und Anton Weber liefen gemeinsam in Medjugorje ein.
Glücklich am Ziel: Denis Holub (links im Bild) und Anton Weber liefen gemeinsam in Medjugorje ein.
© Privat

Mit gerade einmal 16 Jahren durchquerte Denis Holub laufend ganz Deutschland: Rund 1.100 Kilometer legte er dabei zurück, im Schnitt knapp 70 Kilometer pro Tag. Etwas mehr als zwei Wochen nach seinem Start in Freiburg erreichte er sein Ziel in Hamburg.

 

Wieso setzt sich ein Teenager einer dermaßen großen Belastung aus? „Die Idee zu dem Ultralauf hatte ich in einer Zeit persönlicher und gesellschaftlicher Ausnahmezustände“, erinnert sich Denis Holub knapp vier Jahre später. Im Eindruck der Corona-Pandemie und des Todes seines älteren Bruders im Frühjahr 2021 wirkte der Ultralauf wie ein Befreiungsschlag. „Ich schöpfte aus der vermeintlichen Ohnmacht und verzweifelten Lage den Entschluss, eine Spendenaktion zu starten und dies mit meiner Laufleidenschaft zu verknüpfen“, erzählt Denis Holub. Denn die Verbindung von Sport mit sozialem Engagement bedeute ihm mehr als die Teilnahme an einem Wettkampf.

 

Mit der Kinderhilfsorganisation Mary’s Meals hatte er für sich das passende Spendenziel gefunden. Hauptzweck der Organisation ist es, hungernde Kinder in den ärmsten Regionen der Welt durch tägliche Mahlzeiten zu unterstützen. „In jedem Fall wollte ich etwas Großes wagen, um auch möglichst viel verändern zu können“, sagt Denis Holub. 

 

Triathlon-Staffel

 

Nach seinem erfolgreichen Spendenlauf setzte der inzwischen Physik studierende Athlet im April dieses Jahres ein weiteres ambitioniertes Projekt um: eine Charity-Triathlon-Staffel über 3.000 Kilometer von Schottland nach Bosnien-Herzegowina. Der Startpunkt im schottischen Dalmally verweist dabei auf den Heimatort von Magnus MacFarlane-Barrow, dem Gründer der Hilfsorganisation Mary’s Meals. Die Route führte insgesamt durch zehn Länder, darunter auch Österreich. Zweck des Sportevents war, dadurch Spenden für die tägliche Schulspeisung hungernder Kinder zu sammeln bzw. auch Sponsoren dafür zu gewinnen. Die Sportler:innen wechselten bei dem Nonstop-Abenteuer zwischen Laufen, Radfahren und Schwimmen; Denis Holub selbst schwamm durch den Rhein und absolvierte ca. 1.100 Kilometer auf dem Rennrad. 

 

Halbmarathon am Schluss

 

Die letzte Etappe absolvierte Holub als Halbmarathon gemeinsam mit Anton Weber. Der 42-jährige Deutsche hat einen engen Bezug zu Österreich: Sein älterer Bruder Daniel wirkt als Priester in Freistadt im Mühlviertel, wo ihn Anton regelmäßig besucht. 

 

Als Weber, der an einem Freiburger Gymnasium Geschichte, Gemeinschaftskunde und Religion unterrichtet, von Holubs Projekt erfuhr, war für ihn sofort klar, dass er mitmachen wollte. Angesichts der aktuellen Nachrichtenlage könne schnell ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit entstehen, da die Situation vielerorts auf der Welt besorgniserregend sei, erklärt Weber. „Umso inspirierender ist es, wenn Projekte wie dieses dazu beitragen, die Welt ein Stück weit besser zu machen.“ Der Zieleinlauf ist Anton Weber jedenfalls besonders emotional in Erinnerung. „Die letzten 500 Meter zum Ziel bei der Kirche in Medjugorje haben mich sehr berührt.“ Für ihn ist Medjugorje ein Ort des Friedens und zugleich ein persönlicher Kraftort, der einzigartig ist.

 

Fortsetzung geplant

 

Der Euroman soll künftig regelmäßig, in der Regel jährlich, stattfinden, erklärt Denis Holub seine Pläne. Zugleich beschreibt er, wie er die enormen körperlichen und mentalen Belastungen bewältigt. Neben dem Ausdauertraining spiele insbesondere die mentale Vorbereitung eine zentrale Rolle. „Dazu gehört auch die Formulierung eines einprägsamen ‚Wozu‘ als Antrieb in schwierigen Phasen“, betont Holub. Sein persönliches Motiv sei klar: „Das Lachen der Kinder, die Mary’s Meals durch ihre Schulernährungsprogramme versorgt. Es ist das Gefühl, aktiv Leben retten zu können.“
 

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