Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Eine Debatte mit US-Präsident Donald Trump liege nicht in seinem Interesse, stellte Papst Leo XIV. klar. Vieles sei in seine Ansprachen „hineininterpretiert“ worden. Nicht jede Aussage sei eine Ansage in Richtung USA. Seine Ansprachen für Afrika seien bereits vorbereitet gewesen, „bevor sich der Präsident überhaupt jemals zu mir und meiner Friedensbotschaft geäußert hatte“.
Er sei als Hirte und als Oberhaupt der katholischen Kirche nach Afrika gekommen, um mit den lokalen Katholik:innen zu feiern, sie zu ermutigen und zu begleiten. Auf der Afrika-Reise wolle er die Geschwisterlichkeit der Menschen, insbesondere unter den verschiedenen Religionen, fördern. Außerdem gehe es ihm darum, neue Wege für mehr Gerechtigkeit aufzuzeigen.
Im Mittelpunkt der Reise des Papstes standen auch Friedensappelle und die Stärkung gesellschaftlicher Versöhnungsprozesse in von Konflikten und humanitären Krisen geprägten Staaten, die alle noch immer durch den Kolonialismus geprägt sind. „Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen“, prangerte Leo XIV. in Kamerun eine verkehrte Welt und ein „Zerrbild der Schöpfung“ an.
Unter anderem bekräftigte das Kirchenoberhaupt bei einem Massengottesdienst in Yaoundé in Kamerun die „vorrangige Option der Kirche für die Armen“. Ausdrücklich betonte er, dass mehr gefordert sei als gute Taten einzelner Menschen. Es gehe auch darum, dass politische und gesellschaftliche Strukturen den Kampf gegen Armut und für Gerechtigkeit unterstützten. Gesellschaftliche und politische Institutionen müssten Werkzeuge für das Gemeinwohl sein – und nicht Schauplätze von Konflikten, Eigeninteressen oder fruchtlosen Kämpfen.
Leo XIV. kritisierte, dass sich mächtige Interessen nach dem Rohstoffreichtum Angolas ausstreckten: „Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen bringt diese ausbeuterische Logik mit sich.“ Er rief zu Versöhnung und einem Ende „moderner Knechtschaft“ auf. Das Gemeinwohl stehe über Partikularinteressen.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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