Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
„Es war erschreckend“, berichtete Anna-Maria Marschner über ihr Volontariat im Jahr 2000 in einem Kinderdorf in Santa Cruz, Bolivien. Obwohl die Kinder dort materiell versorgt waren, seien viele von ihnen tief verzweifelt gewesen. Sie wollten zurück zu den Eltern, zurück in die Armut. „Mit der Mama betteln war genauso schön“, habe eines der Kinder der damals 19-Jährigen anvertraut. Für die Gmundnerin wurde dadurch rasch klar, was ihre Aufgabe sein sollte: Familien in Santa Cruz zu unterstützen und ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Angesichts der extremen Armut war das jedoch alles andere als einfach. Marschner: „Oft sehen Eltern keinen anderen Ausweg, als ihre Kinder zu vergiften.“ Gemeinsam mit der Bolivianerin Ruth Perez de Menacho begann sie, für Familien aus der Umgebung Reis zu kochen, mit ihnen zu singen und zu beten. „Ich habe ihnen Geburtsurkunden organisiert und Schulbesuche ermöglicht“, erzählte Marschner. Während sich die Studentin in Österreich aufhielt, kümmerte sich „Ruthy“ um die Familien vor Ort. Als Marschner 2003 zurückkam, waren sie bereits eine Gemeinschaft – ein erster Erfolg des Projekts Famundi. Der Name steht für „Familias Unidas en Dios“ – in Gott verbundene Familien. Mit dem von ihr gegründeten Verein Famundi konnte gezielter und nachhaltiger geholfen werden. Vor 20 Jahren unterstützte Famundi 36 Familien mit insgesamt 188 Kindern dabei, ein Leben in Würde zu führen. Mithilfe von Spendengeldern erhielten Kinder in Santa Cruz Betreuung in einem medizinischen Zentrum, Zugang zu Bildung und später auch Arbeitsmöglichkeiten.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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