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Vom bloßen Wohnen zum Wohlfühlen

LEBENS_WEISE

Wohnen ist ein zentraler Teil unseres Lebens. Ein Blick in die eigene Wohnbiografie kann helfen, Bedürfnisse zu erkennen und sich ein Wohnumfeld zu schaffen, in dem man sich wohlfühlt.

Ausgabe: 17/2026
21.04.2026
- Lisa-Maria Hammerl
Das Definieren der eigenen Wohnbedürfnisse kann helfen, sich ein Wohnumfeld zu schaffen, in dem man sich rundum wohlfühlt.
Das Definieren der eigenen Wohnbedürfnisse kann helfen, sich ein Wohnumfeld zu schaffen, in dem man sich rundum wohlfühlt.
© diamond dogs

Wohnerfahrungen sammelt man im Laufe des Lebens zahlreiche. Besonders prägend sind jene der Kindheit, sagt Andrea Rosenberger-Großschädl. Sie arbeitete 20 Jahre bei der „Initiative Architektur“, ist Architekturvermittlerin, Radiomacherin und Erwachsenenbildnerin. „Wohnen ist etwas, das wir immer tun“, sagt sie. „Auch eine dreiwöchige Campingreise in Amerika kann in der eigenen Wohnbiografie einen wichtigen Eindruck hinterlassen.“

 

Diese Wohnbiografie, also die Summe der Wohnerfahrungen im Leben, kann genutzt werden, um die eigenen Wohnbedürfnisse zu reflektieren und, wenn man das möchte oder sogar muss, die eigene Wohnung bzw. das Wohnumfeld entsprechend zu verändern. Dazu hält Rosenberger-Großschädl zusammen mit Veronika Hirner – die Architektur studiert hat, in der Stadtplanung von Salzburg arbeitet und zudem Lebens- und Sozialberaterin ist – auch Workshops ab (siehe Hinweis am Ende). 

 

Rückblick


Um sich seiner Wohnbedürfnisse klar zu werden, wird zunächst zurückgeblickt und Erfahrungen ausgemacht, die besonders prägend waren, wie der Sommer bei Oma, die erste eigene Wohnung alleine oder mit Partner:in oder beispielsweise das Zimmer im Studentenheim. „Es geht darum, herauszuarbeiten, worum es mir in der jeweiligen Lebensphase oder Wohnsituation wirklich ging, welche Bedürfnisse damit abgedeckt oder nicht abgedeckt wurden.“ Das kann das Bedürfnis nach Sicherheit sein, nach Kreativität, Privatsphäre oder auch, dass man so sein kann, wie man will. 
Wohnen geht dabei auch über die eigenen vier Wände hinaus, betont Rosenberger-Großschädl: „Wichtig ist auch, wo die Wohnung lag, wie die Infrastruktur und die Nachbarschaft beschaffen waren.“

 

Innere Reise


Im nächsten Schritt wird eine „innere Wohnungsreise“ unternommen, um die aktuelle Wohnsituation in den Blick zu nehmen. „Hierbei wird das Vergangene und das Gegenwärtige verglichen“, erklärt Rosenberger-Großschädl. „Beispielsweise kann ich feststellen, dass ich früher immer sehr kreativ war in meinen Wohnungen, aber jetzt kein Platz mehr dafür da ist.“ In dieser inneren Wohnungsreise kann ein Ort gefunden werden, vielleicht eine Ecke, wo man sich einen solchen Platz zur kreativen Entfaltung wieder einrichten kann. 

 

Veränderungen


Eine andere Situation kann sein, sich wohntechnisch verkleinern zu müssen, weil man etwa als Senior:in in einem (zu) großen Einfamilienhaus lebt und unter Umständen nicht mehr die Energie hat, sich darum zu kümmern, oder überfordert ist. Ein Blick in die Wohnbiografie kann helfen zu wissen, was einem wichtig ist bei einem Umzug in eine kleinere Wohnung: Welcher Ort soll es sein, welche Nachbarschaft, ist vielleicht der Blick ins Grüne wichtig?  „Sich der eigenen Bedürfnisse klar zu werden, ist ein wichtiger Prozess“, sagt Rosenberger-Großschädl. 


Nicht immer muss es ein Umzug sein, es gibt auch kleinere Maßnahmen, um das Wohnumfeld den aktuellen Bedürfnissen anzupassen. „Man kann versuchen, Zimmer zu tauschen, Möbel umzustellen oder mit Farben, (Natur-)Materialien, Lichtquellen oder Pflanzen zu arbeiten“, gibt Rosenberger-Großschädl ein paar Beispiele. Ein klassischer Weg, um Platz für neues zu schaffen, ist das Entrümpeln von Räumen und Dinge loszulassen, damit Neues „einziehen“ kann.

 

Siedlungsinitiativen


Möglicherweise lässt sich in der eigenen Wohnung den Bedürfnissen nicht entgegenkommen. „Wird mir klar, dass ich gerne einen Fitnessraum hätte, aber keinen Platz für ein Laufband in meiner Wohnung habe, kann ich ja in der Siedlung und gemeinsam mit anderen etwas initiieren. Vielleicht gibt es einen leer stehenden Raum, in dem man ein paar Fitnessgeräte unterbringen kann. Es muss nicht alles in der eigenen Wohnung sein“, sagt Rosenberger-Großschädl. Der Austausch mit anderen könne bereichernd sein, ergänzt sie: „Man lernt voneinander, sieht, wie andere etwas angehen und lösen – und wie sie auf die Welt und auf das Wohnen schauen.“   


„Mein Raum für mich – Wohnen und leben, wie ich es brauche“, 
25. 4., 9–18 Uhr, Bildungshaus Schloss Puchberg; Infos und Anmeldung: 
www.schlosspuchberg.at

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