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Tanzen: die Medizin mit Schwung

LEBENS_WEISE

Regelmäßiges Tanzen kann nicht nur Spaß machen, es fördert auch die Koordination und stärkt die Muskulatur. Das und noch mehr kann besonders für ältere Menschen ein großer Vorteil sein.

Ausgabe: 14/2026
31.03.2026
- Lisa-Maria Hammerl
Regelmäßiges Tanzen im Alter kann Stürzen vorbeugen, es stärkt die Muskulatur, ist gut fürs Gehirn und macht nicht zuletzt Spaß.
Regelmäßiges Tanzen im Alter kann Stürzen vorbeugen, es stärkt die Muskulatur, ist gut fürs Gehirn und macht nicht zuletzt Spaß.
© Daniel/Adobe Stock

Dass regelmäßige Bewegung die Gesundheit fördert, ist bekannt – nur die Motivation dazu fehlt manchmal. Wem herkömmliches Kraft- oder Ausdauertraining zu eintönig ist, der könnte es einmal mit Tanzen versuchen. „Wenn man einen Zugang zum Tanzen hat, dann macht man das freudvoll und dadurch auch eher regelmäßig. Außerdem kann man beim Tanzen spielerisch die verschiedenen Facetten der Bewegung trainieren“, sagt Christine Dressnandt von der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.

 

Muskulatur erhalten


Insbesondere ältere Menschen sollten auf ein gutes Aktivitätsniveau achten, sagt Dressnandt: „Der Muskelabbau beginnt bereits mit 30 Jahren, wenn man nicht bewusst gegensteuert. Ab diesem Zeitpunkt ist es besonders wichtig, darauf zu achten, dass die Muskulatur möglichst lange erhalten bleibt, genauso wie die Beweglichkeit, die Reaktionsfähigkeit und das Gleichgewicht.“ Der Prozess geschehe oft schleichend, Schmerz entsteht erst dann, wenn Gelenke aufgrund des zunehmenden Alters stärker abgenutzt sind. Dressnandt: „Oft merkt man es beim Stufensteigen, dass man außer Atem gerät, oder bei Alltagsarbeiten im Haushalt und Garten, die plötzlich nicht mehr so leichtfallen.“ 

 

Vorteile des Tanzens


Da ein erhöhtes Körpergewicht neben anderen Krankheitsrisiken auch einen rascheren Gelenkverschleiß bedeuten kann, sei regelmäßiges Tanzen auch hier hilfreich. Beim Tanzen werde in erster Linie die Beinmuskulatur trainiert, was sich in Kombination mit der verbesserten Vorfußbeweglichkeit positiv auf die Sturzprophylaxe auswirke. Zudem werde durch die aufrechte Haltung die Rumpfmuskulatur gestärkt. Vom Tanzen können insbesondere auch Frauen in oder nach den Wechseljahren profitieren, vor allem wenn sie es mit Krafttraining kombinieren. 
Das MuT-Parkinson Projekt ist eine multisensorische Musik – u. Tanzintervention. Es basiert auf evidenzbasierter Forschung und wurde von Margit Wallner (dipl. Gymnastiklehrerin, Tanzpädagogin, dipl. Musik -und Tanztherapeutin, Ausbildung in Dance for PD®) 2023 an der Landesmusikschule Ried gegründet. Sie ist. Der Unterricht helfe nicht nur, die Motorik zu verbessern und Beschwerden zu lindern, sondern schenke den Teilnehmer:innen auch Mut und mehr Selbstbewusstsein im Alltag. Anlässlich des 3-jährigen Jubiläums veranstaltete der „MuT-Parkinson“-Verein mit dem Gesundheitspark der Barmherzigen Schwestern Ried den Vortrag „Musik und Tanz für die Gesundheit“ in der Landesmusikschule Ried im Innkreis (OÖ), mit Wallner als Referentin. Das „MuT-Parkinson-Training“ basiert auf dem Konzept von „Dance for PD“, das vor 25 Jahren in New York entwickelt wurde. „Studien haben ergeben, dass Menschen, die regelmäßig ein Tanztraining absolvierten, kein Fortschreiten der Krankheit erlebten“, sagt Wallner.

 

Gut für das Gehirn


Nicht nur für den Körper, auch für das Gehirn bringe Tanzen viele Vorteile, sagt Christine Dressnandt: „Tanzen ist ja nicht nur eine geradlinige Bewegung. Tänzer:innen müssen sich die Schrittfolgen der Figuren merken und das Vorgetanzte umsetzen können. Regelmäßige Tanzkurse erhöhen so die Merk- und Koordinationsfähigkeit.“ Musik spielt dabei eine wesentliche Rolle, sagt Wallner: „Der Rhythmus gibt Ordnung und Sinn, er bringt als etwas Wiederkehrendes Sicherheit. Und die Melodie als Emotion der Musik schult das Gedächtnis.“ 

 

Soziale Kontakte


Nicht zu vergessen ist der soziale Aspekt des Tanzens, sagt Physiotherapeutin Dressnandt: „Einerseits kann es ein verbindendes Ritual in der Paarbeziehung sein, andererseits eine Möglichkeit, mit anderen Tänzer:innen in Kontakt zu kommen. Gerade ältere Menschen sind oft einsam, wenn sie sehr viel zu Hause sind. Das regelmäßige Treffen mit Gleichgesinnten wirkt gegen die Einsamkeit und kann dadurch sogar gegen Demenz vorbeugen.“ Auch in Wallners „MuT-Parkinson-Training“ spielt das Soziale als eine von vier Säulen eine wesentliche Rolle: „Die Gemeinschaft ermöglicht unter anderem, soziale Zugehörigkeit zu erleben. Daraus entsteht ein tiefes Gefühl von Verbundenheit und Handlungsfähigkeit, welche die Menschen in den Alltag mitnehmen.“

 


Weitere Infos: www.ordensklinikum.at, 
Termine MuT-Parkinson: 
jeden Mittwoch 14:30-16 Uhr, 
Landesmusikschule Ried im Innkreis

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