Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
„Wie geht’s dem Gemüse?“ „Soll ich gießen?“ „Wann können wir ernten?“ Diese Fragen hört man Jugendzentrum STUWE derzeit besonders häufig. Der Grund dafür ist ein aktuelles Projekt, das die Jugendlichen mitten im Herzen von Linz umsetzen: ein Gemeinschaftsacker auf dem Gelände des STUWE.
Nach der Planungsphase ging es im Frühling richtig los: Die Fläche wurde ausgemessen, händisch aufgelockert und anschließend die Beete angelegt. „Das Umgraben war vor allem für die Jungs eine willkommene Tätigkeit, bei der sie ihre Kraft gut einsetzen konnten“, erzählt Doris Winkler, Jugendleiterin im STUWE.
Mit Musik, Limo und viel Teamarbeit verwandelte sich die Wiese innerhalb kürzester Zeit in einen Gemeinschaftsacker. Im April war es schließlich so weit: Die ersten Jungpflanzen und Samen kamen in die Erde. Mit großer Motivation gruben die Jugendlichen Pflanzlöcher und zogen Saatrillen für Gemüse und Kräuter.
„Seitdem hegen und pflegen wir unseren ,Acker‘ und bestaunen gemeinsam die Entwicklung der verschiedenen Gemüsepflanzen“, sagt Doris Winkler. Oft sind es kurze Gespräche mit Jugendlichen am Acker, die eine besondere Qualität haben. „Sie entstehen im Tun, beim Umgraben, beim Zwiebelstecken, beim Samensäen. Die Jugendlichen öffnen sich und erzählen von ihren Themen. Das stärkt das Selbstvertrauen und die Beziehung zu uns Jugendleiter:innen“, berichtet Doris Winkler. Das gemeinsame Garteln bietet durch seinen erlebnispädagogischen Charakter einen Nährboden, um Beziehungen wachsen und gedeihen zu lassen. Neben den alltäglichen Arbeiten am Acker werden im Laufe des Jahres noch verschiedene Workshops und ein Erntedankfest stattfinden. Außerdem wird es eine zweite Pflanzung geben.
Ermöglicht und begleitet wird das Projekt dabei durch „Acker Österreich“, ein gemeinnütziges Sozialunternehmen, das sich für mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel einsetzt.
Auch die Kooperationspartner zeigen sich begeistert von dem Projekt und bringen sich mit großer Motivation ein. So gestaltet etwa der Kindergarten „Playschool“, der den STUWE-Garten gerne am Vormittag nutzt, die Beschilderung der Beete. Der „Treffpunkt autistischer Jugendlicher“ wiederum übernimmt Pflegearbeiten im Garten. Ganz im Sinne eines echten Gemeinschaftsackers also.
Bei der Langen Nacht der Kirchen am Freitag, 29. Mai, steht das STUWE (Steingasse 5, Linz) von 17 bis 21 Uhr für Besucher:innen offen, die sich ein Bild von aktueller Jugendarbeit machen und sich an der legendären STUWE-Bar stärken können.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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