Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen
Zu den Namen, die unter dem am Dienstagabend dem Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer zugestellten offenen Brief stehen, gehören bei den Schriftstellern Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Michael Köhlmeier. Aus dem Bereich Schauspiel, Film und Medien finden sich u. a. Chris Lohner, Andreas Gruber, Josef Hader, Harald Krassnitzer und Cornelius Obonya. Auch der Karikaturist Gerhard Haderer hat unterschrieben.
Aus den Kirchen sind u. a. die früheren evangelischen Bischöfe Michael Bünker und Michael Chalupka, KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder, KAOÖ-Präsidentin Gabriele Hofer-Stelzhammer, Caritas OÖ-Direktor Stefan Pimmingstorfer, Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser oder Helmut Schüller (Pfarrer-Initiative) zu nennen. Insgesamt ist der Brief von 63 Personen unterschrieben.
Im ersten Teil verweist das Schreiben darauf, dass der frühere Linzer Bürgermeister, Vizekanzler und OGH-Präsident Franz Dinghofer (1873–1956) als Politiker der Großdeutschen Partei ein Antisemit war und sich auch selbst als solchen bezeichnet hat. Zudem hat er von Arisierungen profitiert. Er sei ein „ideologischer Wegbereiter der Reichspogromnacht und des Holocaust“ gewesen, heißt es.
Das Thema ist nicht neu: Eine Historiker-kommission hatte 2022 einen Straßennamen-Bericht für Linz erstellt. Dinghofer wurde damals in die zweite von fünf Kategorien eingeordnet, die charakterisiert ist durch eine „stabile Spur im Erwachsenenleben“, „zu deren Wesenskern Rassismus/Antisemitismus/antidemokratische Einstellung“ gehören sowie „Förderung bzw. Vertretung dieses Gedankenguts“. Der am meisten belasteten Kategorie („aktives Handeln und extrem starke Propagierung von gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit“) war Dinghofer nicht zugeordnet worden. Dort fand sich u. a. der frühere Linzer Bischof Johannes Maria Gföllner (1867–1941). 2023 wurde die Gföllnerstraße in Sterneggstraße umbenannt.
Im Brief an Bürgermeister Prammer wird nun appelliert, die Dinghoferstraße „nach einer würdigen Persönlichkeit“ zu benennen. Vorgeschlagen wird Bischof Maximilian Aichern (1932–2026). Begründet wird dies mit seinem Einsatz als „Sozialbischof“ für die Rechte arbeitender Menschen, mit der Gründung der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung und seinem Engagement für den freien Sonntag. Aichern sei ein „überzeugter Gegner des Faschismus“ gewesen, habe die Bischofskonferenz im Kuratorium des Mauthausen Komitees vertreten und sei für die Seligsprechung Franz Jägerstätters eingetreten, heißt es im Brief.

Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen
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