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Hämorrhoiden-Probleme sind weit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass zumindest etwa jeder zweite Erwachsene über 30 Jahre von vergrößerten Hämorrhoiden betroffen ist. Dennoch wird kaum offen über das schambesetzte Thema gesprochen. Vielen ist dabei gar nicht bewusst, dass Hämorrhoiden zuerst einmal ein ganz natürlicher Bestandteil des Körpers sind. Gemeinsam mit den Schließmuskeln sorgen sie dafür, dass der Darm zuverlässig abgedichtet ist und kein Stuhl unkontrolliert austritt. Problematisch werden Hämorrhoiden erst dann, wenn sie dauerhaft vergrößert sind.
Die Tabuisierung von Hämorrhoidenbeschwerden führt häufig dazu, dass Betroffene erst spät ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, weiß Annalisa Giana, Fachärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie vom Ordensklinikum Linz Elisabethinen. „Meine Empfehlung ist: Wer beim Stuhlgang Auffälligkeiten bemerkt, sollte zur Hausärztin oder zum Hausarzt gehen, um die Beschwerden abklären zu lassen sagt Annalisa Giana. Zwar gebe es Salben oder Medikamente aus der Apotheke, doch häufig liege die Eigendiagnose daneben.
Anzeichen für vergrößerte Hämorrhoiden können Blutungen, Juckreiz, Brennen oder ein Nässen beziehungsweise Feuchtigkeitsgefühl im Analbereich sein. „Auch ein unangenehmer Druck oder das Gefühl eines Fremdkörpers können auftreten“, erklärt die Chirurgin. Schmerzen hingegen seien eher untypisch. Grundsätzlich gelte: Blut am Stuhl ist nicht normal und sollte immer abgeklärt werden. „Natürlich ist die Untersuchung für viele unangenehm, da braucht man nicht lügen“, sagt Giana. Wichtig sei eine gute Kommunikation: Die einzelnen Schritte würden erklärt. Wenn etwas zu schmerzhaft wird, könne die Untersuchung jederzeit unterbrochen werden. „Wir versuchen, sie so schonend wie möglich durchzuführen“, betont sie.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Bei leichten Symptomen können oft Medikamente oder Salben helfen. Darüber hinaus gibt es minimal-invasive Verfahren wie Verödungen oder Gummibandligaturen, bei denen die vergrößerten Hämorrhoiden abgebunden werden. In schwereren Fällen stehen verschiedene operative Methoden zur Verfügung, darunter auch moderne Laserbehandlungen. Dass Patientinnen und Patienten Therapien abbrechen, komme eher selten vor, weil sich oft schon nach relativ kurzer Zeit eine Besserung zeige.
Bei der Vorbeugung spielt vor allem der Lebensstil eine zentrale Rolle – sowohl zur Prävention als auch nach einer Behandlung oder Operation. Entscheidend sei ein weicher, regelmäßiger Stuhlgang. Empfohlen wird daher eine ballaststoffreiche Ernährung – etwa mit Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen. Es braucht zur Prävention zudem ausreichend Flüssigkeit und viel Bewegung. Letztere trägt dazu bei, die Darmmuskulatur zu stimulieren und die Eigenbewegung des Darms anzuregen. Bei der Hygiene reicht Toilettenpapier grundsätzlich aus. Ideal wäre laut Annalisa Giana zwar das Abduschen nach dem Stuhlgang – auch wenn das im Alltag oft nicht möglich ist. „Und was auch sehr wichtig ist: dass man nicht lange auf der Toilette sitzen bleibt. Das heißt, Zeitung lesen oder Handy spielen auf dem Klo ist zu vermeiden“, sagt sie.
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