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Die bayrische Fremdherrschaft zu beenden und die Rekatholisierung zurückzunehmen waren die unmittelbarsten Anliegen des Bauernaufstands 1626. Dessen Verlauf schilderte der in Wien lehrende Kirchenhistoriker Philipp Pilhofer und verglich Oberösterreichs Bauernkrieg mit dem großen deutschen Bauernkrieg 1525/26. Die Rolle der katholischen Kirche im Bauernkrieg thematisierte Gerhard Schwentner vom Diözesanarchiv Linz.
Einen persönlichen Einstieg in seine Ausführungen wählte Bischof Manfred Scheuer. Er stammt aus Haibach/Donau, dem Geburtsort Christoph Zellers und dem Schulort Stefan Fadingers, der Anführer der aufständischen Bauern. Sein Beitrag kreiste unter anderem um das heikle Thema aus dem Römerbrief, wie sich Christ:innen zu einer Obrigkeit verhalten sollen. Wichtig sei in diesem Verhältnis für die Politik, „Macht unter das Maß der Gerechtigkeit und der Wahrheit zu stellen“.
Superintendent Gerold Lehner behandelte vor dem geschichtlichen Hintergrund des 16. und 17. Jahrhunderts grundsätzlichen Fragen: Wie verhalten sich Wahrheitsansprüche zueinander? Wie viel Freiheit ist möglich? Und: Wie kann man schwerwiegende Differenzen aushalten? Lehner wies darauf hin, dass die Bibel mit dem „Apostelkonzil“ (Apostelgeschichte 15) ein Beispiel für Konfliktregelung gibt.
Am Nachmittag standen die „Communale OÖ“, die Präsentation des Buches „Glaube, Gewalt und Gedächtnis“ und die Erfahrungen der Klöster im Bauernkrieg auf dem Programm. Domkapellmeister Andreas Peterl präsentierte Musik aus der Zeit der Bauernkriege.
Das Symposium im Theatersaal des Stiftes Kremsmünster war eine Kooperation der katholischen und der evangelischen Kirche mit der Communale.
Zu Bild 1: Mai 1626: Bauernführer Stefan Fadinger hat das Stift Kremsmünster eingenommen. Die Sache ging glimpflich für das Stift aus, da man die Bauern gut verpflegte. Das Bild zeigt Fadinger (links) bei einem Festmahl mit Bauern, bedient durch das Stiftspersonal.
Zu Bild 2: Beim Symposium in Kremsmünster (v. li.): Communale-Projektleiter Martin Honzik, die Historiker Gerhard Schwentner (Diözesanarchiv), Leonhard Jungwirth und Philipp Pilhofer (Uni Wien), Moderatorin Melanie Wurzer, Superintendent Gerold Lehner, Bischof Manfred Scheuer, Bischofsvikar Hans Hintermaier und Alfred Weidinger, Geschäftsführer der OÖ Landes-Kultur GmbH.
Von April bis November zeigt die Communale OÖ an 27 Orten ein vielfältiges Programm zum Thema 400 Jahre Bauernkrieg in OÖ. Am 8. Mai wird die Ausstellung im Schlossmuseum Linz eröffnet, am 16./17. Mai startet der Mut-Ort Lembach.
„Es braucht Mut und Zivilcourage, für seine Sache einzustehen – heute wie damals. Daran hat sich nichts geändert“, meinte dazu LH Thomas Stelzer bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Communale, die unter dem Motto „Mut“ steht. An die 130 Projekte sollen in ausgewählten Themen- und Impulsorten umgesetzt werden, berichtet der künstlerische Leiter Martin Honzik. „Im Zentrum steht die Frage, wie wir heute zusammenleben wollen, welcher Mut dafür nötig ist, Differenzen auszuhalten, Kooperationen zu wagen und Veränderungen zuzulassen“, erklärt Honzik. Was sich einst aus Wut über ungerechte und fremdbestimmte Lebensentwürfe, schlechte Arbeitsbedingungen, Hunger und Armut in ländlichen Gebieten entzündete, möchte das Ausstellungsformat Communale in Mut überführen. Mut zur Toleranz, Mut, Geschichte zu schreiben, Mut zum „Laut sein“ nennen einzelne Orte ihr Programm. Von Volkskultur bis zeitgenössischer Kunst ist alles möglich.
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