In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Die aus acht Pfarrgemeinden bestehende Pfarre Urfahr-St. Junia entschied sich ein Kunstwerk in Auftrag zu geben, das die gemeinsame Identität stärkt. Nach Beratung durch das damalige Kunstreferat (heute Fachbereich Kunst) fiel die Wahl auf die Tradition der Pilgerstäbe. In einem künstlerischen Wettbewerb wurde das Projekt „Hervorragend (unter den Aposteln)“ der in Wien lebenden Künstlerin Iris Andraschek ausgewählt.
Die Künstlerin wird acht unterschiedliche Pilgerstäbe gestalten. Für jede Pfarrteilgemeinde wird es einen Stab geben, der auch die Architektur der jeweiligen Pfarrkirche berücksichtigt. Aus vier Hölzern wird der Stab insgesamt gestaltet: drei symbolisieren die Wirkstätten der hl. Junia – Cilicien, Jerusalem und Rom – und ein viertes stammt aus der jeweiligen Pfarrgemeinde. Kirche vor Ort ist immer auch an die Weltkirche angebunden.
Iris Andraschek ist als bildende Künstlerin mit vielen Preisen ausgezeichnet (u. a. Österreichischer Kunstpreis für Bildende Kunst 2015) und hat Erfahrung mit Projekten im kirchlichen Kontext: in Pregarten hat sie die Außenfassade des Pfarrzentrums künstlerisch gestaltet. Erst kürzlich war sie in Rom, um die Hölzer für die Gestaltung der Pilgerstäbe einzusammeln. „Jeder Stab wird ein individuelles Merkmal haben“, erzählt die Künstlerin. „Ich habe den Wettbewerb und die Aufgabenstellung spannend gefunden und dass die Pfarren ein Kunstwerk wollen, das identitätsstiftend ist. Dass die Wahl zudem auf die hl. Junia als Heilige und Schutzpatronin gefallen ist, hat mich als Künstlerin gereizt, mir darüber Gedanken zu machen.“ Das Porträt der hl. Junia, von der es keine Bildnisse gibt, hat Andraschek aus 90 sich überlagernden Fotoporträts von Frauen aus der Pfarre St. Junia generiert und daraus eine Zeichnung der hl. Junia gestaltet: „Mir war es wichtig, die Frauen aus der Pfarre in das Fotoprojekt miteinzubeziehen“, erzählt Andraschek. Die Zeichnung der hl. Junia wird in Gold auf dem Sockel zu sehen sein.
Der Sockel wird zwei unterschiedliche Formen haben und aus Beton sein: klassisch als Quader oder als Trolley. Der stilisierte Koffer soll andeuten, dass auch die Pfarre in Bewegung ist. Die Projektkosten für alle acht Stäbe belaufen sich auf 50.000 Euro, die Hälfte davon ist schon finanziert. Am 14. Juni werden die Pilgerstäbe beim Junia-Fest im Rahmen der Visitation gesegnet.
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