BRIEF_KASTEN
Zum Evangelium in Ausgabe Nr. 7:
Wäre es nicht möglich, die „Ich aber sage euch“-Aussagen Jesu anders zu verstehen, nämlich „nur“ im Sinne von „ausschließlich“?
Zum Beispiel: (Auch) Wer seinem Bruder (auch) nur zürnt … Will heißen, dass, wer seinem Bruder ständig mit Groll, also zornig begegnet, wer ihm gar nichts Gutes mehr zutraut, ist eigentlich ein Mörder. Man kann durchaus einmal kurzfristig wütend auf jemanden sein, weil er/sie einen Fehler gemacht hat. Es wäre psychologisch sogar sehr bedenklich, wenn man solche Gefühlsregungen bei sich selbst von vorne herein abwürgt, bzw. leugnet. Wenn man alles immer gut heißt, kann nichts besser werden. Schlimm wird es allerdings, wenn man in einer ablehnenden, destruktiven Haltung verharrt, wenn sie zum Dauerzustand wird, wenn man nicht um Vergebung bittet für den Gefühlsausbruch. Denn dann nimmt man dem anderen jede Chance auf Veränderung hin zu einem neuen, besseren Leben.
Mt 5,28 würde ich wie folgt verstehen: Wer eine Frau (auch die eigene/den eigenen Partner) nur, also ausschließlich als Lustobjekt oder gar als seinen Besitz betrachtet, begeht auf der Beziehungsebene einen sehr schweren Fehler. Er (oder im umgekehrten Fall auch sie) bricht die Ehe. Eine solche Beziehung […] muss scheitern. Es wäre unmenschlich und ungesund für unsere menschliche Psyche, wenn wir jede erotische Erregung gleich von vorne herein als eine böse Gefühlsregung betrachten müssten. Es ist aber genauso unmenschlich, einen anderen Menschen besitzen zu wollen.
Ulrike Stadler, PER E-MAIL
[…] Seit 30 Jahren dieselbe Diskussion über unterfinanzierte und fehlende Kassenärzte, Mangel an Fachärzten, intransparente Vergütungen bei Wahlarztbesuchen, Marathon-Wartetermine für Operationen, Dauermedikationsverschreibungen mit bürokratischen Hürden, Optieren bei Mehrfachversicherung (ÖGK, SVS, BVAEB) mit Selbstbehaltsvarianten, tausend unterschiedliche Honorartarife und Kostenerstattungsregelungen, …
Wir Versicherte und Beitragszahler können dieses Märchen nicht mehr lesen und nicht mehr hören! Wir brauchen ein bundesweit neues, klar strukturiertes und gerechtes Gesundheitssystem.
Fritz Baumgartner, St. Georgen/Gusen
Zum Leserbrief in der Ausgabe Nr. 8:
Der Leserbrief von Franz Küllinger zum Begräbnis von Bischof Aichern spricht mir total aus der Seele und dem Herzen. Als der derzeit „dienstälteste“ und der erste von Bischof Maximilian geweihte Ständige Diakon habe ich mich trotz meiner Nähe zu Bischof Maximilian entschieden, nicht zum Requiem zu gehen, weil ich es nicht mehr aushalten will, so viele Männer in liturgischer Kleidung in den unterschiedlichsten Hierarchiestufen zu sehen. Und ich frage mich schon lange, ob die Form, wie in unserer Kirche der Auftrag Jesu: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ gefeiert wird, dem Willen und der Vorstellung Jesu gerecht wird. Beim letzten Zusammensein mit seinen engsten Freunden und beim Tod am Kreuz lese ich jedenfalls nichts von Männern in liturgischen Kleidern, die dabei sind. […]
Aber noch etwas sehr Wichtiges muss ich sagen: Ich danke Bischof Manfred aus ganzem Herzen für seine Predigt und Ansprache. Es hat mich sehr berührt, wie er und was er über und von Bischof Maximilian gesagt hat.
Helmut Tschautscher, Kirchdorf/Krems
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