BRIEF_KASTEN
Zur Leserbriefdiskussion um das Begräbnis von Bischof Maximilian Aichern:
Mir sprechen die Leserbriefe von Franz Küllinger und Helmut Tschautscher nicht aus der Seele und dem Herzen. So wie all die vielen Mitfeiernden habe auch ich am Begräbnis von Bischof Maximilian teilgenommen und war von der würdigen Feier tief beeindruckt. [...] In keinem Augenblick der Feier störte mich, wie viele Männer, übrigens auch Frauen, in liturgischer Kleidung zu sehen waren. Vielmehr taten sich in mir viele Bilder schöner, bereichernder Begegnungen auf, die mich in großer Dankbarkeit an Bischof Maximilian erinnerten. Dass auch ich [...] in liturgischer Kleidung mitfeierte, lag für mich darin begründet, dass damit ausgedrückt wurde, dass Bischof Maximilian ein großer Förderer des Diakonates war, neben all den vielfältigen Diensten in der Kirche. Kirchenpolitik ist sehr wohl unverzichtbar, aber zur richtigen Zeit und am passenden Ort, auf keinen Fall aber am Begräbnis, noch dazu von unserem verehrten Bischof Maximilian. Seit er mich 1989 zum Diakon weihte, waren mir immer wieder Begegnungen mit ihm geschenkt. Oft sagte er mir beim Auseinandergehen: „Lass dir die Freude am Leben und am Glauben nicht nehmen!“ So habe ich es gehalten und so werde ich es auch weiterhin.
Fridolin Engl, langjähriger Sprecher der Diakone, jetzt em. ea. Diakon in Ebensee/Roith
Zu „Neue Wege ohne Frauen“ in Ausgabe Nr. 7:
Die Frauenkommission unserer Diözese hat das geplante Quereinsteiger-Modell für Priesteramtskandidaten sanft und vorsichtig kritisiert und an der Grundintention zu diesen Plänen sogar noch etwas Hoffnungsvolles gefunden. Was dabei jedoch unterbelichtet bleibt, ist die Relevanz der theologischen Ausbildung für das Priesteramt: Laut Regentenkonferenz sieht dieses Quereinsteiger-Modell vor, dass Spätberufene kein theologisches Vollstudium mehr absolvieren müssen, sondern für ihr Studium Bachelor-Niveau de facto ausreichend ist!
Da möchte ich nun doch etwas deutlicher werden als die diözesane Frauenkommission: Wenn das wirklich so umgesetzt wird, hat die Kirche der Zukunft im Priesteramt zunehmend teilausgebildete Männer, während sie vollausgebildete Frauen aufgrund ihres Geschlechts weiterhin vom Priesteramt ausschließt. Was das für die Kirche und insbesondere für das Priesteramt bedeutet, kann jede:r selbst weiterdenken.
Dr. Harald Prinz, Enns
Zu „KI-Chatsbots wissen nicht alles“ in Ausgabe Nr. 8:
Vielen Dank für den wertvollen Artikel über die Nutzung der jetzt populären KI-Sprachmodelle. Einen Aspekt möchte ich noch ergänzen: nicht nur das Training dieser Sprachmodelle war und ist extrem energieaufwendig und damit praktisch auch CO2-intensiv, sondern auch jede einzelne Abfrage. Man sollte also aus Umweltschutzgründen nicht einfach eine KI statt einer Suchmaschine nehmen, sondern sparsam damit umgehen. Erst wenn man mit der Suchmaschine (oder „natürlicher Intelligenz“, sprich Mitmenschen, die auch Bescheid wissen können) nicht mehr weiterkommt, sollte die KI eine Option sein.
Wolfgang Helm, Linz
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