BRIEF_KASTEN
Der Papst erklärte bereits bei der Begrüßung zum Weltjugendtag in Lissabon hunderttausenden jungen Leuten: „Freunde, ich möchte, dass ihr allergisch seid gegen Unwahrheiten und leere Worte, und ich möchte euch eines sagen: In der Kirche ist Platz für alle. Für alle. In der Kirche ist niemand überflüssig. [...]“ Dann forderte er die Jugendlichen auf, ihm das Wort nachzusprechen, dreimal sollte es jede:r sagen. Die Jugendlichen taten es und applaudierten begeistert.
Die „offene Kirche“ zog sich wie ein roter Faden durch beinahe alle Ansprachen und Predigten von Papst Franziskus bei seinem Besuch in Portugal. Der Ruf nach einer „offenen Kirche“ konsequent weitergedacht heißt, dass die Kirche Reformen braucht, und zwar tiefgreifende.
Auf dem Rückflug hat der Papst seine Ankündigung gleich wieder relativiert. Er antwortete auf die Frage, warum etwa Frauen und Homosexuelle nicht alle Sakramente in der Kirche empfangen können: „Die Kirche steht allen offen. Dann gibt es Gesetze, die das Leben innerhalb der Kirche regeln.“ Jede:r solle kommen und „in Gebet, innerem Dialog, seelsorgerlichem Gespräch“ nach Wegen suchen, um voranzukommen. – Man bleibt irgendwie ratlos zurück.
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