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Spitzenkleider der Natur

Familie & Unterhaltung

Nein, Dornröschen lag nicht auf Dornen, denn botanisch betrachtet haben Rosen Stacheln. Doch „Stachelröschen“ wäre wohl kein schöner Märchenname. Zum Ausgleich heißt die Stachelbeere auch nicht Dornenbeere, obwohl das richtig wäre.    
 

Ausgabe: 35/2020
25.08.2020
- Brigitta Hasch
Die Christuskrone erhielt ihren deutschen Namen, weil sie vom Aussehen her an die Dornenkrone Jesu erinnert. Da sie aber bis zum 19. Jahrhundert nur auf Madagaskar wuchs, kommt sie als biblische Dornenkrone nicht in Frage.
Die Christuskrone erhielt ihren deutschen Namen, weil sie vom Aussehen her an die Dornenkrone Jesu erinnert. Da sie aber bis zum 19. Jahrhundert nur auf Madagaskar wuchs, kommt sie als biblische Dornenkrone nicht in Frage.
© ©Aggi Schmid - stock.adobe.com

Was in der Botanik als Stachel und Dorne bezeichnet wird, stimmt nicht immer mit dem allgemeinen Sprachgebrauch überein. Neben der stacheligen Rose und den dornigen Stachelbeeren werden auch Kakteen fälschlicherweise oft mit „Stacheln“ versehen, obwohl sie Dornen tragen.

 

Nicht nur zur Verteidigung

Für Menschen werden die spitzen Dinger an den Ästen und Zweigen besonders bei der Gartenarbeit spürbar. Sie hinterlassen – egal ob Dornen oder Stacheln – oft blutige Spuren. Dabei geben sich die meisten Pflanzen so kratzbürstig, weil sie sich hungrige Mäuler vom Leib halten wollen. Aber es gibt noch mehr Gründe: 


Dornen – die Stichwaffen

Dornen wachsen aus dem Körper der Pflanze, sind eigentlich ein Zweig oder ein umgewandeltes Blatt. Das Verteidigen ist ihre ureigenste Aufgabe, manche Dornen sind sogar giftig. Einige Kakteenarten haben neben den dicken Dornen auch feine Dornenhärchen, die den Morgentau speichern können und so der Pflanze trotz sengender Mittagshitze ein Überleben garantieren.


Stacheln – die  Steig- und Rankhilfen

Wie mit Steigeisen ranken sich Rosen und Brombeeren dank ihrer gebogenen Stacheln empor. Sie haken sich dabei, wo immer es geht, fest. Auch an der Konkurrenz – nur  um ein sonniges Plätzchen ganz oben zu ergattern. Bei manchen Pflanzen helfen stachelige Blätter zusätzlich als Rankhilfe.

 

Testen durch Abbrechen

Wer genau wissen möchte, ob es sich um Dornen oder Stacheln handelt, kann versuchen, den spitzen Fortsatz abzubrechen. Geht nicht? Dann sind es Dornen. Lassen sich die Fortsätze leicht abbrechen, dann handelt es sich um Stacheln. 
Wenn die Begegnung mit den spitzen Dingern unter die Haut geht, sollte man die Splitter unbedingt mit einer Pinzette entfernen. Es hilft, wenn man die betroffene Hautstelle zuvor im warmen Seifenwasser schrumpelig werden lässt.«

Viele Kakteen haben zwischen den Dornen feine Härchen, die den Morgentau speichern und als Sonnenschutz dienen.
Viele Kakteen haben zwischen den Dornen feine Härchen, die den Morgentau speichern und als Sonnenschutz dienen.
© ©Megan - stock.adobe.com
Die gebogene Spitze der Stacheln macht sie, zum Beispiel für die Rose, zu einer idealen Kletterhilfe.
Die gebogene Spitze der Stacheln macht sie, zum Beispiel für die Rose, zu einer idealen Kletterhilfe.
© ©johndwilliams - stock.adobe.com
Wer Stachelbeeren oder Brombeeren erntet, hat zumindest viele Kratzspuren an Händen und Armen. Spitzen, die in der Haut stecken, sollte man unbedingt herausziehen.
Wer Stachelbeeren oder Brombeeren erntet, hat zumindest viele Kratzspuren an Händen und Armen. Spitzen, die in der Haut stecken, sollte man unbedingt herausziehen.
© ©Ivan - stock.adobe.com
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