BRIEF_KASTEN
Es liegt nicht daran, dass sie schon altbacken schmecken würden. Im Grunde sind es die gleichen wie jene, die man zu Weihnachten genossen hat: Kekse in vielen Varianten. Ihr Duft allein schon war ein Genuss.
Die Feiertage sind vorbeigezogen und es ist, als hätten mit ihnen auch die Kekse ihren Geschmack verloren. Es ist einem nicht mehr danach! Jetzt duften sie nicht mehr nach „Endlich ist es soweit!“, sondern nach „Ach, immer noch?“ Eigentlich hätte man Lust auf anderes: Sacher zum Beispiel, wenn es um Süßes geht, auf „Schwarzwälder Kirsch“ oder auch nur auf den guten einfachen Gugelhupf, der allein des Namens wegen bei uns besser schmeckt als der Napfkuchen, als der er andernorts serviert wird.
Ein Rezept, dieselben Zutaten, und doch etwas anderes! Je nach wann. Es liegt eben an uns selbst, und das ist nicht nur bei den Mehlspeisen so. Eine kleine Lehre könnte man aus dieser Erfahrung ziehen: Warum erwarten wir ständig, dass anderen auch immer gefällt, was uns selbst gefällt, und dass sie gut finden, was wir selbst gut finden, und richtig, was in unseren Augen richtig ist? Menschen leben eben in unterschiedlichen Verhältnissen.
Es sind die Festzeiten des Lebens, in denen sogar die Geschmäcker zusammenfinden. Aber dann verlieren wir uns doch wieder in unsere Vorlieben. Aber zum Trost: Sie kommt ja schon bald, die Zeit des Faschingskrapfens. Ein Pech für jene, die schon im Herbst damit begonnen haben. Für sie werden sie nur noch nach „Immer noch!“ schmecken.
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