BRIEF_KASTEN
Gott will herausführen aus Knechtschaft und Enge, denn er erschuf den Menschen nach seinem Bild, gleichwertig als Mann und Frau, denn er ist barmherzig und eine Freundin der Menschen.
Und was machen religiöse Führer in jüdischer, christlicher und muslimischer Auslegung, welches verhunzte Bild von Gott muten sie den Gläubigen zu?
In strenger Auslegung dürfen Gläubige am Shabbat nicht einmal ein Gerät einschalten und dauernd zwischen rein und unrein unterscheiden. In vielen Kirchen dürfen Frauen allein aufgrund des falschen Geschlechtes kein geistliches Amt ausüben und ist Sexualität ein großes Minenfeld.
Muslimische Frauen wiederum müssen züchtig ihr Haupt verhüllen, um Männer durch ihre Schönheit nicht in Versuchung zu führen.
Exemplarisch, willkürlich und ohne Anspruch auf Vollständigkeit griff ich Auslegungen der Glaubenspraxen der abrahamitischen Religionen auf; ich frage mich, welches verzerrte Gottesbild steckt da dahinter. Dies sind oft schreckliche Knechtungen, die den Menschen zugemutet werden und Gott ganz kleinlich erscheinen lassen. Zeugnisse mystisch beschenkter Menschen erzählen von einer unermesslich befreienden Liebe im Blick auf Gott.
Karl Mair-Kastner
Eferding
Zu Weihnachten erfahren wir von einer Weihnachtsgeschichte der anderen Art: Ein Mann wird seiner politischen Ansichten wegen verfolgt. Ihm drohen Folter und sogar Ermordung. Er flieht aus seiner Heimat, seine Familie muss er zurücklassen. Nach langer Flucht und langem bürokratischen Hindernislauf gewährt ihm der Staat Österreich Schutz, Asyl. Seine Frau und seine kleinen Kinder sind in seiner Heimat schutzlos den Schikanen des verbrecherischen Regimes ausgeliefert. Der Mann möchte sie nachholen. Das erlauben aber die Österreicher nicht. Der Mann darf bleiben, seine Frau und seine Kinder sperren wir aus.
Christlich ist diese Weihnachtsgeschichte nicht.
Rudolf Danninger
Gutau
BRIEF_KASTEN
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