BRIEF_KASTEN
Zur Berichterstattung über den Tod von Altbischof Maximilian Aichern in Ausgabe Nr. 6:
„In Liebe dienen“ war der Wahlspruch von Bischof Maximilian Aichern. Ich war mit ihm von Anfang an in Verbindung, ja, ich kann wohl sagen befreundet. Er hat alle Projekte und Initiativen, in denen ich engagiert war – und viele andere mehr –, seinem Wahlspruch entsprechend unterstützt und gefördert – vor allem die Arbeitsloseninitiative B7 und besonders die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung der Diözese Linz. Ich denke sehr gerne an die vielen Begegnungen und Gespräche mit ihm und erinnere mich u. a. noch gut an seinen Besuch in der Fahrradwerkstätte B7, bei dem er sich sehr ausführlich bei den dort befristet beschäftigten arbeitsuchenden Jugendlichen erkundigte, wie es ihnen geht.
Sein Engagement galt Menschen am Rande der Gesellschaft. Gewalt, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit waren ihm zuwider. Er verstand sich als Brückenbauer, schon bevor er Bischof wurde. Er besaß ein aufmerksames Gehör für Notleidende und förderte vor allem Initiativen für soziale Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung, die über (Ober-)Österreich hinaus Strahlkraft entwickelten. „Lassen wir uns die Freude am Menschsein und am Christsein nie durch etwas nehmen“, betonte er immer wieder. Mit seiner offenen, herzlichen Art gewann er die Zuneigung vieler Menschen. Er fehlt uns. Guter Gott, schenke ihm ein Leben in Fülle.
Hans Riedler, ehem. Geschäftsführer der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung der Diözese Linz und Initiator der Arbeitsloseninitiative B7
Bei einer Bibelwoche im Bildungshaus Greisinghof erzählte eine Teilnehmerin: Bischof Aichern hielt Pfarrvisitation in einer kleinen Pfarre in Oberösterreich. Er nahm sich auch Zeit für Gespräche mit Kindern. Ein Mädchen fragte ihn: „Wann dürfen auch Frauen Priesterinnen werden?“ Bischof Aichern überlegte kurz und meinte dann: „Du wirst es noch erleben!“ Für die Erfüllung dieser Vision muss sich die Kirche aber beeilen!
Christa Falkensteiner, Bad Ischl
Zu „Zivildienst und Bundesheer gleich behandeln“ in Ausgabe Nr. 5:
Die Ankündigung von Bundeskanzler Stocker über eine Volksbefragung zum Thema Wehrdienstverlängerung hat viel Kritik hervorgerufen. Schade, denn sowohl Volksabstimmungen als auch -befragungen sind bei uns – im Unterschied zur Schweiz – äußerst selten. Offenbar gefällt es manchen Leuten nicht, dass das Volk gehört und ernst genommen wird. Was andere Staaten gerne hätten – gelebte Demokratie –, existiert bei uns, und wir sollten diese Instrumente nützen und uns nicht von Panikmachern bevormunden lassen. Die Wehrdienstkommission kam oft genug zu Wort, andere Meinungen hört man kaum, und wenn, werden sie – wie damals Bertha von Suttner – lächerlich gemacht. Den Frieden durch allgemeines Wettrüsten und bewaffneten Widerstand sichern zu wollen, ist ebenso naiv wie gefährlich.
Brigitte Huber, Linz/Timelkam
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