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Beginn der Trauerfeierlichkeiten für Altbischof Maximilian Aichern

KIRCHE_OÖ

Mit einer abendlichen Gedenkmesse im Mariendom haben am 5. Februar 2026 die Trauerfeierlichkeiten für den am 31. Jänner 2026 verstorbenen Altbischof Maximilian Aichern begonnen. 

06.02.2026
- Diözese / KiZ Redaktion
Bild und Kerze: Bischof Maximilian Aichern
Bild und Kerze: Bischof Maximilian Aichern
© Diözese Linz / Hermann Wakolbinger

Die Diözese Linz nimmt in Trauer und Dankbarkeit Abschied von Bischof em. Maximilian Aichern, der am 31. Jänner 2026 im 94. Lebensjahr verstorben ist. Mit einer Gedenkmesse am Donnerstagabend begannen die mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten. Der Messe stand Bischof Manfred Scheuer vor. Mit ihm feierten Generalvikar Severin Lederhilger, Domrektor und Bischofsvikar Slawomir Dadas, Mitglieder des Domkapitels, die Diakone Alexander Niederwimmer und Anton Birngruber sowie zahlreiche Gläubige.

 

„Danksagung als Grundmelodie seines Lebens“

 

Bischof Manfred Scheuer am Beginn der Gedenkmesse: „Heute treten wir ein in den Abschied von Bischof Maximilian. Eucharistie, Danksagung, war eine Grundmelodie seines Lebens. Und Eucharistie ist Verwandlung des Todes in Leben. Viele, die heute hier sind, haben persönliche Erinnerungen an Bischof Maximilian: an Begegnungen, Gesten, etwas, das aufgebaut hat.“


Manfred Scheuer selbst verbindet neben vielen Begegnungen ein ganz besonderes Ereignis mit dem Verstorbenen: Er war 2003 von Bischof Maximilian Aichern gemeinsam mit Bischof Reinhold Stecher und Erzbischof Alois Kothgasser zum Bischof von Innsbruck geweiht worden.

 

„Bischof Maximilian steht für das Wir des Glaubens in seiner ganzen Breite und Vielfalt“

 

„Danke war ein Grundwort von Bischof Maximilian. Er hast es vielen Menschen zugesagt. Heute danken wir Gott, dass er uns Bischof Maximilian in der Diözese Linz geschenkt hat. Bischof Maximilian danken wir, dass er vor 44 Jahren aufgebrochen ist in ein ihm fremdes Land, wie er selbst damals gesagt hat“, betonte Bischof Manfred Scheuer. Der Bischof dankte auch allen, „die in diesen 44 Jahren mit ihm gearbeitet haben, die ihn begleitet, unterstützt, die mit ihm geglaubt haben, die ihn gepflegt haben“.

Bischof Maximilian stehe für das Wir des Glaubens in seiner ganzen Breite und Vielfalt. Dabei habe er immer den einzelnen Menschen gesehen und dank seines sagenhaften Gedächtnisses beim Namen genannt, so Scheuer. Ein anderer Aspekt des Lebens von Bischof Maximilian: „Er ist vom Benediktinermönch, der die stabilitas versprochen hat, zum Pilger geworden und ist es bis zuletzt geblieben. Immer wieder habe ich mitbekommen, dass er Kranke besuchte. Er ist geografisch, aber auch existentiell von den Milieus her viel unterwegs gewesen“, erinnerte sich Scheuer.

 

Verheutigung und Mut als Grundvokabular

 

Bischof Maximilian stehe zudem für die Vitalität der Kirche in der sozialen Frage: Er war (mit)verantwortlich für den Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe, für das ökumenische Sozialwort der Kirchen. Sein Name stehe für eine starke Sozialpartnerschaft, für die Allianz für den freien Sonntag und gleichzeitig für eine intensive Auseinandersetzung mit den Abgründen der Geschichte. „Bischof Maximilian war historisch höchst interessiert und informiert, er war gesprächsfähig, Dialog eröffnend für unterschiedliche Ideologien. Das Wir der Kirche war für ihn nicht durch die Landesgrenzen eingeengt. Mostar und Bosnien insgesamt, Budweis und Tschechien, Weißrussland und Rumänien, aber auch Brüssel gehörten zu seinem ‚Wir‘ der Kirche. Er dachte, glaubte, fühlte katholisch, international, europäisch“, würdigte Bischof Manfred in seinen Predigtworten den Verstorbenen.

 

Er, Scheuer, habe gestaunt über Aicherns „existentielle Vielsprachigkeit“: Dieser habe Spannungen ausgehalten, Pole zusammengehalten, die nach menschlichem Ermessen nicht mehr miteinander konnten und wollten. Ein Wunsch, den Aichern oft genannt habe: „Dass wir uns die Freude am Menschsein und am Christsein erhalten sollen. Er hat damit viele motiviert und einen aufbauenden, Fenster öffnenden Blick in die Zukunft der Kirche erschlossen. Aggiornamento und Coraggio – Verheutigung und Mut – gehörten zu seinem Grundvokabular, zur Grundmelodie seiner Ansprachen und er verkörperte dies auch in seinem Leben und Wirken“. Bischof Maximilian sei ein wohlwollender, segnender Mensch gewesen. „Er war ein Gesegneter und er ist ein Segen.“

 

Musikalisches Gedenken

 

Nach der Predigt erklang ein berührendes Violinen-Solo als besondere Würdigung des Verstorbenen. Der Musiker, Dominik Gillesberger, war lange der Physiotherapeut von Bischof Aichern und mit ihm auch durch viele Gespräche über Musik verbunden gewesen. Deshalb war es Gillesberger ein Bedürfnis, auf musikalische Weise des verstorbenen Altbischofs zu gedenken.

 

Persönliches Abschiednehmen in der Turmkapelle

 

Nach der Gedenkmesse zogen Bischof Manfred Scheuer und die Konzelebranten nach hinten zur Turmkapelle, wo Altbischof Aichern nun aufgebahrt ist. Bischof Manfred Scheuer verweilte in stillem Gebet beim Sarg des Verstorbenen, besprengte ihn mit Weihwasser und inzensierte ihn mit Weihrauch. Nach einer kurzen Andacht hatten alle Mitfeiernden die Möglichkeit, sich persönlich von Bischof Maximilian Aichern zu verabschieden.

 

Der Verstorbene ist in einen Eichensarg gebettet. Gekleidet ist er wie zu einer feierlichen Bischofsmesse: im violetten Talar, mit Alba, Stola, einem violetten Messkleid und der dazugehörigen weißen Mitra. Er trägt ein Brustkreuz aus Aquileia, das ihm der Erzbischof von Görz/Gorizia, Antonio Vitale Bommarco, 1990 bei einer Bischofsversammlung in Aquileia schenkte und das ihm viel bedeutete.

 

Am Freitag, 6. Februar besteht von 7.45 Uhr (zu dieser Zeit feiert das Domkapitel die Laudes beim Sarg) bis 18.00 Uhr die Möglichkeit, persönlich von Bischof Maximilian Aichern in der Turmkapelle Abschied zu nehmen. Um 19.00 Uhr findet eine Totenwache im Mariendom statt. Zur Totenwache wird der Sarg vor den Altar des Mariendoms gebracht, wo er bis zum Ende des Requiems verbleibt.

 

Am Samstag, 7. Februar 2026 besteht zwischen 8.00 und 12.00 Uhr nochmals die Möglichkeit zur persönlichen Verabschiedung von Bischof Maximilian. Um 12.00 Uhr wird das feierliche Requiem gefeiert, dem Bischof Manfred Scheuer vorsteht. Es wird live auf ORF III übertragen und in die Gebärdensprache gedolmetscht.

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