Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.

So spricht der Herr: Brich dem Hungrigen dein Brot, nimm obdachlose Arme ins Haus auf, wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn und entziehe dich nicht deiner Verwandtschaft. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot und deine Heilung wird schnell gedeihen. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.
Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, den Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.
Ich kam nicht zu euch, Schwestern und Brüder, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Geheimnis Gottes zu verkünden. Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten.
Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch. Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Im Finstern erstrahlt er als Licht den Redlichen:
Gnädig und barmherzig ist der Gerechte.
Glücklich ein Mann, der gnädig ist und leiht ohne Zinsen,
der nach dem Recht das Seine ordnet.
Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.
Er fürchtet sich nicht vor böser Kunde,
sein Herz ist fest, auf den Herrn vertraut er.
Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nicht,
er wird herabschauen auf seine Bedränger.
Reichlich gibt er den Armen,
seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer,
seine Macht steht hoch in Ehren.
Salz ist lebensnotwendig. Wir Christen sind also lebenswichtig für die Welt. Eine heillose Selbstüberschätzung und Selbstüberforderung? Elitär oder gar überheblich? Nein.
Salz hat beispielsweise die Kraft, Leben zu erhalten. An heißen Sommertagen ist es wichtig, dass der Körper genügend Salz erhält. Wie können Glaube, Hoffnung und Liebe wie Salz sein, damit wir und andere leben können?
Salz bringt (vor allem jetzt im Winter) sogar Eis zum Schmelzen. Wie können wir als Salz das „Eis“ zwischen Menschen auflösen, aufbrechen?
Salz verleiht guten Geschmack und Würze, es macht Speisen schmackhaft. Eine Suppe ohne Salz schmeckt fad. Sind wir die Würze für diese Welt? „Und was wird erst geschehen, wenn immer mehr Menschen auf den Geschmack kommen, wirklich mit Jesus zu leben?“, fragte Kardinal Walter Kasper in einer seiner Predigten.
Salz ist auch Geschmacksverstärker: Wie können wir Salz sein, damit diese Welt nicht ungenießbar wird, weil sie den Geschmack an Gott verloren hat?
Salz trägt auch – wer kennt dies nicht vom Toten Meer im Heiligen Land? Salzwasser trägt besser als Süßwasser. Sind wir für andere „wie ein tragender Grund, vor allem für die, die unterzugehen drohen?“, so Walter Kasper.
Salz kann man nicht in großen Mengen genießen, es genügt eine kleine Prise. Nicht die Quantität, die Qualität entscheidet. Wie können wir diese Prise Salz sein, die allen einfach guttut?

Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.