ist Religionslehrerin und Pastoralassistentin im Südburgenland, derzeit in Elternkarenz.

So spricht Gott, der Herr: Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf seine Weisung warten die Inseln. Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen, um blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.
In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist. Er hat das Wort den Israeliten gesandt, indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus: Dieser ist der Herr aller. Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.
In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.
WORT ZUR ERSTEN LESUNG_
Wer will heute ein Knecht sein? Ein Knecht ist nach heutigem Verständnis jemand, der alles machen muss, was ihm angeschafft wird und selbst nichts entscheiden darf. Diener an heutigen Königshöfen müssen zum Beispiel das machen, was ihnen befohlen wird, sind in der Gesellschaft dennoch angesehen. Ob eine Aufgabe sozial wertvoll ist, hängt jedoch nicht notwendigerweise vom sozialen Status ab.
Beim Propheten Jesája in der heutigen Lesung hören wir deshalb vielleicht nicht ganz zufällig von einem Knecht, an dem Gott Gefallen gefunden hat. Gott hat diesen Knecht erwählt und seinen Geist auf ihn gelegt. Das sind Worte und Deutungen, die wir auch von der Taufe Jesu im Jordan kennen. Gott hat sich dabei eindeutig zu Jesus bekannt mit den Worten: „Dieser ist mein geliebter Sohn.“ Auch der Heilige Geist, der in der ersten Lesung als Geist auftaucht, den Gott auf ihn, den Gottesknecht, gelegt hat, ist bei der Taufe Jesu dabei. Beim Propheten Jesája kündigt sich an, was aus der Sicht des Neuen Testaments in Jesus Christus in Erfüllung geht.
Gott macht seinen Knecht nicht klein. Er entzieht ihm nicht die Würde, sondern bestätigt ihn in seinem Handeln. Der Knecht handelt hier so, dass Gott sich selbst in dessen Wirken zeigt. Dieser bringt den Nationen das Recht und wird zum Licht der Nationen. Durch ihn soll es Hoffnung geben, die von Gott kommt. Auch wird der Knecht blinde Augen öffnen und Gefangene aus dem Kerker holen.
Sehe ich mich als Knecht Gottes oder als Kind Gottes? Was stelle ich mir unter dem Begriff des Gottesknechtes vor?

ist Religionslehrerin und Pastoralassistentin im Südburgenland, derzeit in Elternkarenz.