Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.

In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.
Da ging Abram, wie der Herr ihm gesagt hatte.
Mein Sohn!
Leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt dazu die Kraft: Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Taten, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde; jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat den Tod vernichtet und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium.
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit Jesus.
Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.
Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht!
Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist!
Das Wort des Herrn ist redlich,
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
erfüllt von der Huld des Herrn ist die Erde.
Siehe, das Auge des Herrn ruht auf denen,
die ihn fürchten,
die seine Huld erwarten,
dass er ihre Seele dem Tod entreiße
und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte.
Unsre Seele hofft auf den Herrn;
er ist unsre Hilfe und unser Schild.
Lass deine Huld über uns walten, o Herr,
wie wir auf dich hofften!
Die Berufungsgeschichte Abrahams stellt den Beginn der Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen dar. Abraham hört und folgt Gottes Ruf und vertraut dieser Verheißung: Gott tritt mit Abraham in Beziehung, Gottes Wort wird ihn leiten und an jenen Ort bringen, der ihm zugedacht ist. Du sollst ein Segen sein – so lautet Gottes Zuspruch: Es ist ein kraftvolles Zeichen, das hier gesetzt wird.
Die Schriftlesungen des zweiten Fastensonntags sind Einladung, uns zu öffnen für Gottes Ruf und Wort; sind Einladung an uns, sensibel zu werden für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen und Taten folgen zu lassen, sodass durch unser eigenes Handeln Gottes Botschaft und seine Liebe zu uns Menschen sichtbar und spürbar werden kann.
Dieses innere Gespür für unsere Nächsten muss aber erlernt werden: Gott bestärkt uns und traut uns selbst – so wie Abraham – einiges zu; Gottes Wort gibt Richtung und Orientierung, aber nicht immer verstehen wir, was Gott uns sagen möchte; auch die Jünger Jesu waren gefordert, mussten genau hinhören, um Jesu Offenbarung am Berg der Verklärung verstehen zu können und erst viel später erschloss sich ihnen die Bedeutung dessen, was sie am Berg gesehen und erfahren hatten.
Jedes Mal, wenn wir um Gottes Segen bitten, erinnern wir uns daran, dass wir Gottes Stimme vertrauen dürfen; so wie damals den Jüngern, gilt auch uns heute die Zusage: Steht auf, habt keine Angst, denn Jesus ist Gottes geliebter Sohn und er ist mit uns unterwegs!
Welche Segensrituale kenne ich? Was bestärkt im Alltag und nimmt mir meine Angst? Welchem Ruf folge ich? Wer gibt mir Orientierung?

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.