Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.

In jenen Tagen kam Philíppus in die Hauptstadt Samáriens hinab und verkündete dort Christus. Und die Menge achtete einmütig auf die Worte des Philíppus; sie hörten zu und sahen die Zeichen, die er tat. Denn aus vielen Besessenen fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus; auch viele Lahme und Verkrüppelte wurden geheilt.
So herrschte große Freude in jener Stadt. Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samárien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin. Diese zogen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur getauft auf den Namen Jesu, des Herrn. Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.
Schwestern und Brüder!
Heiligt in eurem Herzen Christus, den Herrn! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt; antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen, damit jene, die euren rechtschaffenen Lebenswandel in Christus in schlechten Ruf bringen, wegen ihrer Verleumdungen beschämt werden.
Denn es ist besser, für gute Taten zu leiden, wenn es Gottes Wille ist, als für böse. Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, ein Gerechter für Ungerechte, damit er euch zu Gott hinführe, nachdem er dem Fleisch nach zwar getötet, aber dem Geist nach lebendig gemacht wurde.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.
Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Jauchzt Gott zu, alle Länder der Erde!
Spielt zur Ehre seines Namens!
Verherrlicht ihn mit Lobpreis!
Sagt zu Gott: Wie Ehrfurcht gebietend
sind deine Taten; vor deiner gewaltigen Macht
müssen die Feinde sich beugen.
Alle Welt bete dich an und singe dein Lob,
sie lobsinge deinem Namen!
Kommt und seht die Taten Gottes!
Ehrfurcht gebietend ist sein Tun an den Menschen:
Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie schreiten zu Fuß durch den Strom;
dort wollen wir uns über ihn freuen.
In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig;
seine Augen prüfen die Völker.
Die Aufsässigen können sich gegen ihn nicht erheben.
Alle, die ihr Gott fürchtet, kommt und hört;
ich will euch erzählen, was er mir Gutes getan hat.Gepriesen sei Gott;
denn er hat mein Bittgebet nicht unterbunden
und mir seine Huld nicht entzogen.
Nachdem der Diakon Stephanus gesteinigt worden war, war die judenchristliche Gemeinde einer ersten Verfolgungswelle ausgesetzt. Die „Jesus-Begeisterten“ mussten fliehen, aber sie versteckten sich nicht. So ging der Diakon Philippus in die Hauptstadt Samariens und erzählte den Menschen mit voller Begeisterung von Jesus. Philippus hat wohl sehr authentisch gewirkt, seine Worte wurden durch Heilungen und Wunder noch verstärkt.
Nun hörte die Gemeinde in Jerusalem davon und schickte Petrus und Johannes dort hin. Dies war wohl gleichsam die erste
(„Bischofs“-)Visitation.
Der erste Auftritt dieses Besuches ist getragen vom Gebet. Petrus und Johannes vertrauen diese Menschen, mit ihren Hoffnungen und ihrem Ansatz zum Handeln, Gott an und bitten um den Heiligen Geist.
Auch wenn sie vielleicht spüren, dass hier, bei aller Begeisterung noch irgendetwas fehlt, vielleicht auch manches schiefläuft, beginnen sie nicht mit Rat-Schlägen und Beurteilungen. Ihr Vertrauen ist auf die Wirkung Gottes in der Gestalt des Heiligen Geistes ausgerichtet. Die Führungs- und Leitungsfunktion der Apostel ist getragen vom Gebet und dem Vertrauen auf den Heiligen Geist. Dies ist die Basis dafür, dass dann vielleicht auch Auswüchse und Fehlentwicklungen in der gerade entstehenden Gemeinde gesehen und angesprochen werden.
Das Gebet an erster Stelle – eine heilsame Vorgangsweise, neue Ideen und Entwicklungen nicht sofort mit der Wissens-, Traditions- und Erfahrungsbrille zu bewerten.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.