BRIEF_KASTEN
Über die musikalische Qualität des Neujahrskonzerts 2026 getraue ich mich keine Zeile zu schreiben. Da bin ich – so einfach ist das – inkompetent. Aber ich kann erzählen, dass mich die einzelnen Musikstücke sehr berührt haben. Die Leichtigkeit und Verspieltheit der Melodien, die Balletteinlagen, der charmante Dirigent und die Begeisterung des Publikums im Musikvereinssaal: All das erfuhr ich als ansteckend. Freude war die Grundstimmung, die beschreibt, wie ich das Neujahrskonzert erlebt habe. „Siehe, ich verkünde euch eine große Freude“, ist auch die Grundstimmung von Weihnachten und überhaupt eine Grundkonstante des Glaubens. Freude meint kein Dauergrinsen und nicht das Negieren von Angst, Not und Tod – aber wenn der Glaube nicht zur Freude führt, dann stimmt etwas nicht. Das gilt auch für alle Bemühungen um die Reform von kirchlichen und pfarrlichen Strukturen. Sie sind notwendig, sehr sogar. Aber alle organisatorischen Maßnahmen, all das Hin und Her, das sie mit sich bringen, dürfen den Blick für die Freude nicht verstellen, müssen Platz für die Freude lassen. Vielleicht bräuchten wir manchmal ein kirchliches Neujahrskonzert.
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