ist Religionslehrerin und Pastoralassistentin im Südburgenland, derzeit in Elternkarenz.
Als Manfred Scheuer, bis 2015 Innsbrucker Bischof, am 17. Jänner 2016 in das Amt des Linzer Diözesanbischofs eingeführt wurde, war das eine Rückkehr in sein Geburtsbundesland. In seiner Predigt sagte er: „Ich komme alt und neu in die Diözese Linz und nach Oberösterreich. Hier ist meine Herkunft und hier war auch meine Heimat und Zugehörigkeit. Freilich bin ich auch entwöhnt und habe anderswo meine Wurzeln geschlagen. Und so brauche ich Zeit, um hier wieder anzukommen.“ Neun regionale Treffen im ersten halben Jahr dienten dem Kennenlernen, Zuhören und Ins-Gespräch-Kommen.
Vorbereitungen hatte es bereits unter Bischof Ludwig Schwarz gegeben. Aber die Ausführung der Altarraum-Neugestaltung im Linzer Mariendom nach einem Entwurf des Architekturbüros Kuehn Malvezzi mit dem Künstler Heimo Zobernig fand dann unter Bischof Manfred Scheuer statt. Am 8. Dezember 2017 konnte er den neuen Altar in der Kathedrale weihen sowie Ambo, Kathedra und Priestersitz segnen.
Bischof Manfred Scheuer führte eine neue Form der Pfarrvisitationen ein: Jeweils eine Woche lang wird ein ganzes Dekanat mit allen Pfarren visitiert. Dabei erhält der Bischof Unterstützung durch weitere Visitatoren. Neben der Begegnung mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern steht der Kontakt mit den Menschen vor Ort im Zentrum. Deshalb werden auch Betriebe besucht und Treffen mit den Bürgermeister:innen organisiert.
Nach einem Entscheidungsprozess und Beratungen in den Gremien entschied sich Bischof Scheuer angesichts veränderter Bedingungen in personeller und wirtschaftlicher Hinsicht zur Reform der Diözese Linz („Zukunftsweg“). Sichtbarstes äußeres Zeichen war der Start der Pfarrstruktur-Reform 2021: Fünf Pionier-Dekanate begannen die Umwandlung zu jeweils einer neuen Pfarre, die aus Pfarrgemeinden besteht. Mittlerweile sind 19 der 39 neuen Pfarren gegründet worden.Neben der Territorialreform gab es auch Veränderungen auf Diözesanebene: Viele Aufgaben wurden in sieben Bereichen der diözesanen Dienste neu gruppiert.Neu aufgestellt wurden auch die diözesanen Gremien Pastoralrat und Dechantenkonferenz (heute: Pfarrvorstände-Konferenz).
Die Restaurierungen des Linzer Mariendoms sind aufwendig, in den vergangenen Jahren standen der Turm und Gemäldefenster im Zentrum der Bemühungen, die weiter fortgesetzt werden. Durch die Schaffung der Initiative Pro Mariendom (mittlerweile mit dem Dombauverein verbunden) unter Leitung von Landeshauptmann a. D. Josef Pühringer sind entscheidende Fortschritte gelungen. Das 100-Jahre-Jubiläum der größten Kirche Österreichs brachte auch die Eröffnung des angebauten Domcenters mit sich. „Ich spüre, dass der Mariendom in den letzten Jahrzehnten wieder mehr in den Herzen der Menschen angekommen ist, als dies in meiner Jugend in den 1970er-Jahren der Fall war“, schrieb Bischof Manfred Scheuer 2024 im Jubiläumsbuch für den Dom.
Ökumene
Bischof Scheuer ist nicht nur in der Bischofskonferenz für Ökumene zuständig. Auch in der Diözese werden Austausch und Zusammenwirken mit anderen Kirchen großgeschrieben. Das zeigte sich – neben vielen anderen Gelegenheiten – z. B. 2017 im gemeinsam mit dem evangelischen Superintendenten Gerald Lehner verfassten Hirtenbrief.
Gedenkarbeit
Scheuer war Postulator im Seligsprechungsprozess von Franz Jägerstätter, der nicht für das NS-Regime in den Krieg ziehen wollte und daher hingerichtet wurde. Die Gedenkarbeit auch für andere Märtyrer und Opfer, insbesondere des NS-Regimes, ist dem Bischof ein Anliegen.
Zeitgenossenschaft
In Interviews, Predigten, Ansprachen oder Veröffentlichungen zeigt sich Manfred Scheuer als genauer Beobachter aktueller Entwicklungen in Gesellschaft und Politik.
Geistliche Impulse
Gerade auch in seiner Leitungsrolle als Diözesanbischof ist Scheuer die geistliche Dimension wichtig. Seine jüngste Buchveröffentlichung trägt den Titel „Mehr oder weniger? Dem rechten Maß im Leben nachspüren“ und widmet sich der Frage, wie christliches Leben geht. Sein Wahlspruch lautet: „Der Geist macht lebendig“ (Joh 6,63).
Kunst
Auch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst prägt die Arbeit von Bischof Scheuer, was sich nicht zuletzt an wechselnden Ausstellungen im Bischofshof zeigt. Bleibendes Zeichen ist dort die unter Scheuer entstandene neue Kapelle, gestaltet von Alfred Haberpointner.

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Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

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