Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
Synodalität ist laut Papst Franziskus „das gemeinsame Gehen der Christinnen und Christen mit Christus und auf das Reich Gottes zu“. Die Frage, wie die Kirche als Gemeinschaft durch die Zeit geht, war eines der zentralen Anliegen seines Pontifikats, mehrere Bischofssynoden und der synodale Prozess (2021–2024) zeugen davon. Es war sein Wunsch, dass die Entwicklung zu einer synodaleren Kirche nach diesem Prozess weitergeht – auch in den Diözesen.
Für Brigitte Gruber-Aichberger, geschäftsführende Vorsitzende des Pastoralrats, ist der synodale Weg gerade für die Diözese Linz passend: „Synodalität bedeutet unter anderem, Entscheidungen so zu fällen, dass man die Leute einbindet und mitnimmt“, sagt sie. Da durch die neue Pfarrstruktur den Ehrenamtlichen mehr Verantwortung zukomme, sei auch ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen von besonderer Bedeutung.
Gruber-Aichberger leitet eine vom Konsistorium eingerichtete „Synodengruppe“, die sich als eine Art „Anwältin“ für Synodalität darum kümmert, diese geistige Haltung in der Diözese Linz zu verbreiten.
Wobei es dabei sowohl um spirituelle Vertiefung als auch um strukturelle Veränderungen geht. „Dazu haben wir uns gefragt: Wo kommen in der Diözese Menschen zusammen?“, sagt sie. Überall dort will die Gruppe ansetzen – vom Pastoralrat über die Pfarrgemeinderäte bis zur Fortbildung.
Doch wie kann das konkret aussehen? Hier verweist Brigitte Gruber-Aichberger auf die Methode des synodalen geistlichen Gesprächs, bei dem vor allem das Zuhören und das stille Nachdenken über das Gesagte im Zentrum stehen.
„Diese Methode stellt sicher, dass jede und jeder etwas sagen kann bzw. zu sagen hat“, erklärt die Pastoralratsvorsitzende. Denn immer wieder komme es bei Sitzungen vor, dass Meinungen ungehört bleiben – weil sich resolute Persönlichkeiten gleich durchsetzen und stillere Menschen dann auf ihre Stellungnahme verzichten, weil mit allzu konkreten Absprachen bereits in das Gespräch gegangen wird, weil der Entscheidungsfindung zu wenig Zeit gegeben wird usw. „Im Idealfall kommt durch das Hören und gemeinsame Abwägen eine Entscheidung heraus“, sagt Brigitte Gruber-Aichberger.
An sich kann die Diözese Linz auf eine gute Tradition synodalen Arbeitens etwa in Gremien zurückgreifen, die bis auf die Diözesansynode „Kirche um der Menschen willen“ (1970–72) zurückgeht. Dennoch sei es wichtig, Synodalität als geistliche Haltung immer wieder in Erinnerung zu rufen, sagt Gruber-Aichberger.
Zu den Themenschwerpunkten, welche die Synodengruppe erarbeitet hat, gehört daher die Bewusstseinsbildung im Sinne von „Wir alle sind Kirche“. Synodalität lässt sich ebenfalls in der Liturgie leben. Entscheidungsprozesse sollen transparent sein, viele beteiligen und Rechenschaftspflichten beinhalten.
Brigitte Gruber-Aichberger setzt ihre Hoffnung nicht zuletzt darauf, dass durch beteiligende Strukturen in der Diözese auch die Auseinandersetzung mit den Inhalten christlichen Glaubens gewinnen kann. Dabei sei Synodalität keineswegs Selbstzweck, sondern Dienst der Kirche am Gemeinwohl (Erfahrungsräume für Beteiligung und Dialog) und Mitarbeit an einer friedvolleren, gerechteren Welt.

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
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