Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Die Jugendzentren sind für viele Teenager wie ein „zweites Wohnzimmer“. Neben Freizeit und Freundschaften gibt es dort auch konkrete Unterstützung – etwa warme Mahlzeiten oder ein offenes Ohr bei Alltagsproblemen –, was für manche keineswegs selbstverständlich ist. Doch genau diese Orte stehen zunehmend unter Druck. In Amstetten führt etwa ein Förderstopp des Landes Niederösterreich zur Schließung des Don-Bosco-Heims für Jugendliche.
In Oberösterreich hat speziell das Jugendzentrum Plateau in Leonding finanzielle Sorgen, wie die Oberösterreichischen Nachrichten erst kürzlich in einem Bericht thematisierten. Die Zukunft des Jugendzentrums sei über das heurige Jahr 2026 hinaus nicht gewiss, wird darin die Leiterin des JUZ Plateau, Silvia Auinger, zitiert.
Das finanzielle Wohlergehen hängt wesentlich von den Förderungen des Landes Oberösterreich ab, die einen wichtigen Teil des Budgets des Jugendzentrums ausmachen. Ausbezahlt werden diese Mittel über den Fonds der kirchlichen Jugendzentren und der kirchlichen Jugendarbeit. „Ich gehe derzeit davon aus, dass es Einbußen geben wird“, sagt Fonds-Geschäftsführerin Alexandra Hager-Wastler. Für die Jahre 2024 und 2025 wurden die zehn kirchlichen Jugendzentren in Oberösterreich mit insgesamt 94.500 Euro gefördert; auch für 2026 sei diese Summe zugesagt.
Ab 2027 ist jedoch mit Kürzungen von rund 20.000 Euro zu rechnen.
„Wir arbeiten derzeit daran, die Öffnungszeiten in den einzelnen Jugendzentren auszuweiten, um die finanziellen Einbußen bei den Förderungen für die Jugendzentren zumindest teilweise abzufedern. Andernfalls würde das Defizit noch größer ausfallen. Die Diözese Linz kann die fehlenden Mittel auf Dauer jedenfalls nicht ausgleichen“, erklärt Alexandra Hager-Wastler. Gleichzeitig ist klar, dass längere Öffnungszeiten – die laut den Kriterien des Landes in der Regel mit höheren Förderungen einhergehen – auch deutlich steigende Personalkosten verursachen. Der Grund dafür ist, dass während des Betriebs üblicherweise stets zwei Jugendleiter:innen gleichzeitig anwesend sein müssen.Gerade diese Personalkosten zählen jedoch zu den wenigen Bereichen, in denen im laufenden Betrieb eines Jugendzentrums überhaupt Einsparungen möglich sind. Während sich Hager-Wastler bemüht, die Kürzungen der Landesförderung in Grenzen zu halten, wankt beim Plateau bereits eine weitere Fördersäule. Ob die 30.100 Euro Fördermittel der Stadt Leonding auch im Jahr 2027 zur Verfügung stehen, ist derzeit ungewiss. „Natürlich hat diese Unterstützung für uns auch künftig einen hohen Stellenwert“, erklärt Marlene Hödl, Leitung Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Leonding auf Anfrage der Kirchenzeitung. Eine Aussage darüber, wie die Förderung im Jahr 2027 ausfallen wird, lasse sich jedoch erst nach dem Budgetbeschluss im Dezember treffen. Sollte Leonding nach 2026 zur Abgangsgemeinde werden, würde das Land Oberösterreich festlegen, welche Ausgaben die Stadt künftig tätigen darf und welche nicht. Damit besteht theoretisch die Möglichkeit, dass Leonding ab 2027 als bedeutender Fördergeber des Jugendzentrums Plateau wegfällt.
Einstweilen liegen vom Land Oberösterreich nur wenige Informationen zu den geplanten Förderungen vor. Ob eine drohende Schließung durch Sondermittel des Landes abgewendet werden könnte, ist unklar. Auf Nachfrage heißt es von dort, dass dazu noch keine Aussage getätigt werden könne. Es wird seitens des Jugendressorts jedoch darauf hingewiesen, dass auch andere Ressorts, zum Beispiel Jugendschutz, weitere Förderungen vergeben würden.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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