Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
„Ich war lange zu diesem Projekt unterwegs“, erzählt Hangöbl. Ausgangspunkt waren persönliche Erfahrungen: Einerseits habe er im Jahr 2012 Themennachmittage für Kinder von 0 bis sechs Jahren in Salzburg kennengelernt. Andererseits ist da ein Erlebnis mit der eigenen Tochter: Als sie drei Jahre alt war, habe er mit ihr die von Franz Kogler organisierte Bibelausstellung besucht. Wochen später habe sie sich erkundigt: „Wann fahren wir wieder dorthin?“ Offensichtlich hatte sie die Ausstellung gut in Erinnerung behalten.
Das mag daran liegen, dass die Bibelausstellung auf eine Erfahrung mit allen Sinnen setzt. Genau das ist auch der Ansatz, den Josef Hangöbl in seiner Arbeit verfolgt: „Im Kern geht es darum, etwas von Gott spürbar zu machen“, sagt er. Der Seelsorger besucht Spielgruppen und bringt den Kindern dort biblische Geschichten nahe.
Üblicherweise ist er bei einem ersten Termin einfach einmal nur dabei, damit er den Kindern nicht fremd ist, wenn er beim zweiten Termin für sie und mit ihnen eine Geschichte erzählt. Im Zuge der Erzählung entsteht ein Bodenbild aus Dingen, die man anfassen kann: Tücher, Holzstückchen, andere Naturmaterialien.
„Wichtig ist, dass man diese Dinge in die Hand nehmen, aber nicht verschlucken kann“, sagt Hangöbl. Das Bodenbild soll den Sinn hinter der jeweiligen Geschichte veranschaulichen. „Erzähle ich von Jesu Tod und Auferstehung, kann das ein schwarzes Tuch sein, aus dem farbige Tücher herauskommen.“ Letztlich gestalten die Kinder das Bodenbild mit ihm gemeinsam: „Sie sind nie gleich.“
Methodischer Hintergrund von Hangöbls Arbeit ist die Franz-Kett-Pädagogik, in der nicht nur über die Sprache, sondern auch bildhaft erzählt wird. „So haben die Kinder die Geschichte im Ohr und gleichzeitig das Bild vor Augen“, sagt der Seelsorger. Das Spiel dauert eine halbe bis längstens eine Dreiviertelstunde, um die Kinder nicht zu überfordern. Auch muss man sich Zeit lassen. Zudem ist laut Hangöbl wichtig, flexibel auf die jeweilige Situation einzugehen: Wer mit Kindern arbeitet, weiß, dass vieles nicht vorhersagbar ist. Deshalb ist die inhaltliche Vorbereitung so wichtig: „Ich muss die Geschichte, die ich erzählen möchte, im Kopf haben und nicht auf Zetteln. Denn die Hände müssen frei bleiben“, berichtet Hangöbl. Dass man die Geschichte auf altersgerechte Weise erzählt, ist selbstverständlich. Als gute Hilfe in der Vorbereitung sieht der Pastoralassistent etwa die Kinderbibel von Rainer Oberthür.
Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist die Anwesenheit von Eltern oder Großeltern in den Spielgruppen: Es besteht mitunter eine gewisse Unsicherheit und auch Scheu im Umgang mit religiösen Themen, auf die man eingehen kann. „Eltern können erleben, dass es den Kindern guttut, wenn man sie segnet. Großeltern sehen sich heute oft in einer wichtigen Vermittlungsrolle für den Glauben“, sagt Josef Hangöbl. Ihm ist es wichtig, vor allem die Tragfähigkeit und die Alltagstauglichkeit des Glaubens zu vermitteln: „Ich finde es wichtig, dass die Kinder den Halt aus dem Glauben spüren dürfen.“
Hangöbl ist vor allem in den Eltern-Kind-Gruppen von SPIEGEL zu Gast, der Elternbildung des Kath. Bildungswerks OÖ. Es gibt aber auch Interesse aus Spielgruppen von Gemeinden. An sich gilt sein Angebot für alle zwölf Pfarrgemeinden der Pfarre An der Salzach. Da er teilweise auch in der Pfarre Mattigtal tätig ist, wirkt es aber schon darüber hinaus.

Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
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