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KGW3: Es gibt keine Dunkelheit, wo Licht ist

KULTUR_LAND

Sie rappen und machen Musik, weil es Spass macht und sie eine Botschaft haben. Diese lautet: Es liegt an jedem Einzelnen, die Welt zu verändern. „KGW3“ treten am 26. April im Halbfinale der ORF-Show „Die große Chance“ auf. 

Ausgabe: 16/2024
15.04.2024
- Elisabeth Leitner
Mit sozialkritischen Songs rappten sie auch für die Caritas: KGW3.  V. l. n. r.: Isaac Knapp Interviewpartner, Benjamin „Benjo“ Gstöttner und Jana Hehenberger.
Mit sozialkritischen Songs rappten sie auch für die Caritas: KGW3. V. l. n. r.: Isaac Knapp Interviewpartner, Benjamin „Benjo“ Gstöttner und Jana Hehenberger.
© Felix Urbina/Kollapz Studio

Ihr bereitet euch für den nächsten Auftritt für „Die große Chance“ vor. Wie wollt ihr euren ersten Auftritt übertreffen? Welchen Song habt ihr vorbereitet? 


Benjamin „Benjo“ Gstöttner: Beim ersten Auftritt haben wir unsere individuellen Talente etwas abgetrennter voneinander im Song untergebracht. Da gab es den schnellen Rap, die beeindruckenden Gesangselemente, das Trompetensolo etc. 


Beim nächsten Song „Grenzenlos“ lassen wir all die genannten Elemente mehr miteinander verschwimmen. Der Song hat unseres Erachtens mehr Hit-Potenzial und ist eine deutlichere Symbiose der verschiedenen Musikeinflüsse unserer Band.

 

Mit welchem Ziel tretet ihr bei der großen Chance an? Wollt ihr gewinnen oder ist auch der olympische Gedanke für euch in Ordnung?


Benjo: Gewinnen wäre natürlich cool, nur ist das nicht unbedingt das Ziel. 
Das Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu erreichen und unsere Musik auf einer großen Plattform zu präsentieren. 
Ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass ins Finale zu kommen alles ist, was wir erreichen wollen. 

 

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Was ist euer Ziel: Möchtet ihr als Band von eurer Musik leben oder soll es ein zweites Standbein geben bzw. einen Brotberuf, mit dem ihr euer Geld verdient?


Benjo: Definitiv wünschen wir uns alle, dass KGW3, zumindest über einen gewissen Zeitraum unseres Lebens, unser Hauptberuf ist. Da wir aber alle sehr erfüllende Berufe im musikpädagogischen Bereich ausüben dürfen, hat dieser Wunsch keine Eile.

 

Ihr vereint in euren Songs gute Musik aus verschiedenen Genres wie Jazz, Pop, Rap mit sozialer Wachheit, Engagement für Menschen am Rande und positivem Lebensgefühl. Ihr vereint viele Welten: Entspricht das auch eurer Welt- und Menschensicht? 


Benjo: Seit Beginn von KGW3 war es uns ein Anliegen, unsere Message in die Welt zu tragen. Das resultiert daraus, weil uns das Wohl der Gemeinschaft, der Natur, der Menschen etc. am Herzen liegt.


Merklich ist eventuell, dass sich die Perspektive auf diese Themen in den letzten Jahren etwas geändert hat. Bildlich gesprochen kann keine Dunkelheit existieren, wo Licht ist.In den Anfängen von KGW3 wurde bei Sozialkritik viel mit dem Zeigefinger auf Probleme und die offenbar Schuldigen gezeigt. Mittlerweile ist es uns wichtiger, textlich zu „empowern“. 

Anstatt eine „Dystopie“ zu bekämpfen, bemühen wir uns, die „Utopie“ zu verdeutlichen: Was kannst du machen, um die Welt zu bereichern? 

 

Ihr seid katholisch sozialisiert, habt (teilweise) Eltern, die Theolog:innen sind: Was ist euch in Sachen Glaube, Kirche, Gemeinschaft mitgegeben worden? 


Benjo: Der Glaube an etwas Höheres, egal wie sich das individuell auszeichnet, kann sehr bestärkend sein! Bestimmt habe auch ich in der Religion vieles mitnehmen dürfen, was mein heutiges Urvertrauen bestärkt! 
Praktiken wie Meditation etc. sind bei uns in der Gruppe sehr wichtig geworden, da dadurch ein innerer Raum geöffnet wird, der Einblicke in dieses „Höhere“ vermuten lässt. 

 

Was schätzt ihr an Kirche und womit könnt ihr nicht (mehr)? 


Benjo: Ich denke, dass in der Kirche mehr diese gelebte Praxis etabliert werden darf. Vielleicht finden viele Menschen genau diesen Zugang in den Abläufen der heiligen Messe. Den Kontakt zu diesem „Höheren“ finde ich persönlich eher mehr in anderen Praktiken – zum Beispiel in der Meditation. Gott ist im Hier und Jetzt, in der völligen Präsenz, jeden Moment aufs Neue.

 

Infwiefern kann Musik die Welt verbessern, verändern?


Benjo: Musik ist die Sprache, die alle Menschen verstehen. Emotionen sind die Wurzeln unseres Handelns. Wenn Musiker:innen diese universelle Sprache mit emotionalen Absichten kombinieren, können Denkanstöße, Appelle etc. bestimmt sehr effektiv in die Welt getragen werden.

 

Wahrscheinlich kennen das viele Menschen: Ein Song wird im Radio  gespielt und unsere gesamte „Schwingung“ wird höher. Wir sind motivierter, besser gelaunt. Deswegen spielen wir auch viel auf Demonstrationen oder veröffentlichen Songs zu weltlichen Themen: Musik hat eine ganz spezielle Kraft, die Gemeinschaft, Tatendrang und Aufbruch gleichermaßen bestärken kann. 

 

KGW3 

Band aus Oberösterreich

 

KGW3 vereint nicht nur englische und deutsche Texte, sondern auch männliche und weibliche Stimmen auf Brass-Beats. Über 50 Konzerte spielten KGW3 mittlerweile gemeinsam, unter anderem auch am Wiener Donauinselfest. Sie schafften es ins Halbfinale der ORF-Show „Die große Chance“. Nächster Auftritt mit Voting ist am 26. April um 20:15 Uhr live auf ORF1 oder auf der ORF1 TVthek. 


Info: www.kgw3.at 
 

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