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Reste gar nicht entstehen lassen

Bewusst Leben

In der hauseigenen Küche des Ordensklinikums Linz Elisabethinen wird aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorgegangen. Einige Ideen lassen sich auch im privaten Haushalt umsetzen.

Ausgabe: 33/2021
17.08.2021
- Lisa-Maria Langhofer
Viele Lebensmittel, die weggeworfen werden, sind eigentlich noch genießbar.
Viele Lebensmittel, die weggeworfen werden, sind eigentlich noch genießbar.
© ©Echelon IMG - stock.adobe.com

521.000 Tonnen Nahrungsmittel aus österreichischen Haushalten landen jährlich im Müll. Das ist laut der Umweltschutzorganisation WWF die Hälfte der vermeidbaren Lebensmittelverschwendung in Österreich. „Man trägt zu viel heim und kommt dann gar nicht dazu, alles zu essen“, nennt Sr. Johanna Ziebermayr vom Ordensklinikum Linz Elisabethinen eine der möglichen Ursachen. Gemeinsam mit Küchenleiterin Andrea Weidenauer möchte die Diätologin bei der Versorgung der Patient/innen und der Mitarbeiter/innen im Klinikum dazu beitragen, dass Lebensmittelabfälle erst gar nicht entstehen.   

 

Gut vorplanen

„Wenn ich etwas aus Resten machen muss, dann habe ich schon etwas verpasst. Es ist wichtig, vorher Zeit zu investieren und vorzuplanen, damit es gar nicht so weit kommt.“ In der hauseigenen Küche des Ordensklinikums, das auch Partner der Initiative „United against Waste“ ist, koche man deshalb immer frisch und hole ständig Rückmeldungen über Qualität und Menge ein. Im ständigen Austausch mit den Stationen und den Mitarbeiter/innen werden beispielsweise die Portionsgrößen immer wieder angepasst. Auch ein neuer Speiseplan ist in Umsetzung, bei dem besonders auf Nachhaltigkeit geachtet wird. „Wir arbeiten mit regionalen Lieferanten zusammen, die meisten unserer Lebensmittel kommen aus einem Umkreis von etwa 40 Kilometern“, sagt Weidenauer. Die Art der Küche scheint großen Einfluss auf die Mitarbeiter/innen zu haben, erzählt Weidenauer, denn immer mehr wollen wissen, woher die Lebensmittel kommen, und achten selbst zu Hause darauf, was und wie viel sie einkaufen.

 

Reste verwerten

Nun verleiten oft Sonderangebote und Mengenrabatte in den Supermärkten dazu, mehr einzukaufen, als man braucht. Oder die Mengenangaben eines Rezeptes stimmen nicht und man hat mehr als gewollt gekocht. Was tun? „Einiges kann man einkühlen, am nächsten Tag als Jause oder am Abend essen“, schlägt Weidenauer vor. „Aus Kartoffeln lässt sich zum Beispiel Salat, Gröstl oder Kartoffelkäse machen, Käse kann man für Pizza verwenden.“ Ein Vorteil im Ordensklinikum sei die Ausstattung mit einem Ofen, in dem leicht Gemüse oder Reis nachgekocht werden könne. Auch so würden keine Reste entstehen.

 

Kleine Veränderungen

„Ein Problem ist sicher das Mindesthaltbarkeitsdatum, das fälschlicherweise so interpretiert wird, dass das Produkt danach nicht mehr genießbar ist“, sagt Sr. Johanna. „Wir haben den Bezug zu den Lebensmitteln verloren, es sind andere, die produzieren und lagern, wir konsumieren nur noch. Deshalb trauen sich viele wahrscheinlich nicht mehr zu, zu beurteilen, ob etwas noch gut ist oder nicht.“ Die beiden Frauen sehen den Schlüssel zur Veränderung im Zusammenspiel zwischen Produzenten und Konsumenten: „Wenn wir im Supermarkt schauen, woher das Gemüse kommt, ob es saisonal ist,  und der Händler das besser auszeichnet, macht das nachhaltiges Einkaufen einfacher.“ Dabei muss man sich nicht überfordern, sagt Sr. Johanna: „Man kann ja klein beginnen, zum Beispiel bei der Milch. Auch wenn ich mich mit nur einem Produkt auseinandersetze, habe ich schon was verändert.“

Sr. Johanna Ziebermayr ist Diätologin und Speiseplanverantwortliche am Ordensklinikum der Elisabethinen in Linz,
Sr. Johanna Ziebermayr ist Diätologin und Speiseplanverantwortliche am Ordensklinikum der Elisabethinen in Linz,
© Ordensklinikum der Elisabethinen
Andrea Weidenauer ist die dortige Küchenleiterin.
Andrea Weidenauer ist die dortige Küchenleiterin.
© Ordensklinikum der Elisabethinen
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