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Insektenhotels: Große Hilfe für kleine Nützlinge

LEBENS_WEISE

Ein Insektenhotel ist eine tolle Nisthilfe für Nützlinge. Die „Zimmerausstattung“ lässt sich auf die Insektenart abstimmen und mit etwas Geschick auch selbst bauen. Ein Frühjahrsprojekt. 

Ausgabe: 05/2023
31.01.2023
- Lisa-Maria Langhofer
Ein Insektenhaus kann alle möglichen Formen haben.
Ein Insektenhaus kann alle möglichen Formen haben.
© VIKTOR PRAVDICA/STOCKADOBE

Insekten wie Wildbienen, Florfliegen, Schmetterlinge oder Marienkäfer sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht in der Natur. Sie übernehmen essenzielle Aufgaben wie Schädlinge im Zaum zu halten oder Blumen und Bäume zu bestäuben. Im perfekt aufgeräumten Garten oder allgemein kultivierten Landschaften fehlen diesen Nützlingen leider oft die Nistplätze, um sich vermehren zu können. Gemähte Rasenflächen oder Monokulturen haben für uns Menschen ihren Reiz und ihren Nutzen, aber Insekten brauchen zum Gedeihen Wiesen, Hecken, Sträucher und Todholz. 

 

Bienen bewohnen gerne lange Schilfhalme.

 

Kleiner Beitrag


Ein Insektenhotel kann einen kleinen Beitrag dazu leisten, damit die Zahl von Wildbiene und Co. nicht noch kleiner wird. Insektenhotels gibt es fertig oder als Bausatz in vielen Bau- und Gartenmärkten zu kaufen oder man besorgt sich das Material dafür und baut es nach eigenen Vorstellungen selbst. In puncto Größe und Form sind beinahe keine Grenzen gesetzt, das Hotel sollte jedoch mindestens 15 Zentimeter tief sein, um den Insekten genügend Platz zum Nisten zu bieten. Die einfachste Form ist ein großer (Hart-)Holzrahmen, der sich in einzelne Fächer unterteilen lässt und sowohl Rückwand als auch Dach besitzt. Dachpappe oder Metallblech halten Wasser draußen. Das Holz sollte mit ungiftiger Lasur oder einem schützenden Holzöl behandelt werden. 

 

Füllung je nach insekt


Die Füllung des jeweiligen Stockwerks oder wahlweise des gesamten Insektenhotels richtet sich nach der Insektenart, die einziehen soll. Mit dem Füllmaterial soll nämlich der natürliche Lebensraum des jeweiligen Nützlings nachgebaut werden. Dazu zählen Holzstämme mit Löchern und Bohrungen, Nisthölzer aus Hartholz wie Buche, Esche oder Birke sowie Niströhren aus Pappe. Wer etwa möchte, dass Florfliegen das Hotel besiedeln, weil diese Blattläuse und Spinnmilben vernichten, kann ein Stockwerk mit Holzwolle oder Stroh befüllen. Holzwolle finden auch Marienkäfer und Ohrwürmer toll. Schilfhalme, hohle Stängel und Bambusröhrchen eigenen sich gut für Wespen und Bienen. Worüber sie sich aber bestimmt freuen, sind sogenannte „Bienenbrettchen“. Auf kleinen Zweigen landen gerne Schmetterlinge. Diese freuen sich auch über einen trockenen Unterstand bei Regen.  Marienkäfer verkriechen sich gerne zwischen Holzstückchen, die auch Winterquartier sein können. Um die Nützlinge vor Vögeln, Haustieren oder auch kleinen Kindern zu schützen, spannt man ein dichtes Drahtgeflecht oder ein Drahtgitter vor die Eingänge. 

 

Krokusse gehören zu den ersten Nahrungsquellen der Insekten im Frühjahr.

 

Zapfen oder nicht?


Uneinigkeit herrscht häufig darüber, ob Lochziegel und Zapfen ins Insektenhotel gehören. In manchen Anleitungen wird etwa in der untersten Etage ein Lochziegel platziert, in die nächste kommen Tannenzapfen oder leere Schneckenhäuser. An anderer Stelle wird tunlichst von Steinen, Zapfen, Lochziegeln, Schneckenhäusern oder Nadelbaumholz im Insektenhotel abgeraten. Letzteres sei beispielsweise oft rau und berge für Bienen Verletzungsgefahr. Am Boden liegende Zapfen und Schneckenhäuser könnten aber durchaus für Spinnen, Mauerbienen und Käfer als Unterschlupf attraktiv sein.

 

Der ideale Standort


Das Insektenhotel sollte an einem Ort stehen, wo es gut vor Witterungseinflüssen geschützt ist. Dennoch sollte es sich um einen sonnigen Standort, also einen, der nach Süden ausgerichtet ist, handeln. Man sollte es mindestens 50 Zentimter über dem Boden anbringen, damit Kinder oder Haustiere nicht zu leicht herankommen. Wenn sich in unmittelbarer Nähe eine Wildblumenwiese, Sträucher, Bäume oder Blühpflanzen befinden, so ist das insbesondere für Wildbienen ideal.  

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