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Überessen? Was hilft und was nicht

LEBENS_WEISE

Advent und Weihnachten bieten unzählige Gelegenheiten, sich genüsslich den Bauch vollzuschlagen. Leider wird es manchmal zu viel und verschiedenste Verdauungsbeschwerden treten auf. Die gute Nachricht: Es gibt Präventionsstrategien und Notfallmaßnahmen.

Ausgabe: 50/2024
10.12.2024
- Lisa-Maria Hammerl
Beim üppig gedeckten Tisch wird gerne öfter zugegriffen, als es dem Bauch guttut.
Beim üppig gedeckten Tisch wird gerne öfter zugegriffen, als es dem Bauch guttut.
© Monkey Business/Adobe Stock

Gerade zu Festtagen und in Gesellschaft schaufelt man sich oft mehr auf den Teller, als einem guttut. Die Auswahl ist einfach zu groß, alles will probiert werden: von der Würstelsuppe über die Weihnachtsgans bis hin zu Vanillekipferln und Orangendukaten.

 

Sich nur manchmal zu überessen, schadet der Gesundheit zwar nicht, kann aber zahlreiche Verdauungsbeschwerden hervorrufen, wenn all das Fettige und Zuckerhaltige im Magen zusammenkommt. Völlegefühl, Sodbrennen, Bauch- und Magenschmerzen, Blähungen oder auch Übelkeit sind die Folge.

 

Vorbeugung

 

Es gibt einiges, was getan werden kann, damit es gar nicht erst zu den genannten Beschwerden kommt. Dazu gehört regelmäßiges Essen und kleine Portionen, die man sich bewusst einteilt. Das kann das Hungergefühl und auch Heißhungerattacken reduzieren. Auch genügend Wasser zu trinken hat einen positiven Effekt. Kohlesäurehaltige Getränke sollten dagegen besser gemieden werden, da diese Sodbrennen verstärken können. Manche Menschen vertragen Kohlensäure generell nicht so gut. 


Es gibt auf der anderen Seite auch verschiedene Studien, die einen positiven Effekt von kohlesäurehaltigem Wasser auf die Verdauung festgestellt haben – beispielsweise verringere sich das Völlegefühl und die Verdauung werde sogar angestoßen.

 

Größere Abstände zwischen den Mahlzeiten können mit gesunden Snacks überbrückt werden, dazu gehören etwa eine Handvoll Nüsse, Gemüsesticks mit Dip, ein Becher Joghurt oder eine Scheibe Vollkornbrot mit einem leichten Aufstrich. Ein weiterer Tipp ist, sich locker sitzende Kleidung anzuziehen, wenn ein großes Festmahl bevorsteht. Enge Kleidung drückt den Bauch zusammen und so kann die Verdauung nur eingeschränkt arbeiten.

 

Wenn es zu viel war

 

Nach einem üppigen Mahl möchten sich viele verständlicherweise gerne hinlegen. Der Verdauung tut es aber gut, wenn man sich zu einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft aufrafft. Es reichen schon zehn oder fünfzehn Minuten, und das Völlegefühl verringert sich, die Verdauung kommt im wahrsten Sinn des Wortes in Gang. Auch eine kurze Sporteinheit (ein Workout) ist eine Option, doch übertreiben muss man es nicht. 


Alternativ kann man es mit einer Bauchmassage versuchen. Diese am besten im Liegen durchführen und dabei sanft vorgehen. Mit den Fingern in kreisenden Bewegungen und leichtem Druck um den Bauchnabel herum bewegen. Wer mag, nimmt etwas Massageöl dazu. Bei Bedarf einfach wiederholen. Ein weiterer Tipp ist Wärme in Form einer Wärmflasche oder eines Kirschkernkissens, das auf den gespannten Bauch gelegt wird. Wärme entkrampft und beruhigt.

 

Tee statt Verdauungsschnaps

 

Ein gutes und sanftes Hausmittel gegen die Folgen des Überessens sind Kräutertees, in denen Anis, Fenchel, Pfefferminze, Salbei  oder Kümmel enthalten sind. Sie lindern das Völlegefühl, wirken Blähungen entgegen und lösen auch Krämpfe. Kümmel wird oft auch fettigen Speisen beigemischt, damit diese besser vertragen bzw. verdaut werden können. 


Ingwer soll unter anderem bei Übelkeit helfen: Für den Aufguss ein wenige Zentimeter großes Stück ungeschälten Ingwer in Scheiben schneiden und mit heißem Wasser übergießen. Da Ingwer nicht jedermanns Sache ist, bei der Dosierung unbedingt vorsichtig sein. Gegen Sodbrennen können ein oder zwei Teelöffel Apfelessig vermischt mit warmem Wasser helfen, gegebenenfalls geschmacklich aufgebessert mit etwas Honig. Dies kann auch präventiv, vor dem Essen, getrunken werden. Alternativ kann auch stilles Wasser mit frischer Zitrone Abhilfe schaffen. 


Der sogenannte Verdauungsschnaps nach dem Essen ist leider kontraproduktiv, denn Alkohol erschwert bzw. verlangsamt die Verdauung, weil diese dann mehr mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist als mit der aufgenommenen Nahrung. 

 

Den Magen entlasten

 

Ein oder zwei Entlastungstage nach der Schlemmerei tun dem Magen gut. Idealerweise wird dabei auf Alkohol und Koffein verzichtet sowie etwa auf Frittiertes, Fettiges und Zucker. Wenig förderlich sind blähende Lebensmittel wie Kohl, Milchprodukte oder Brot. Jene mit wenig Kalorien, viel Wasser oder ungesüßte Tees sollten dagegen auf dem Speiseplan stehen sowie schonend gegartes Gemüse, etwas Reis und Kartoffeln, mageres Fleisch, ballaststoffreiche Vollkornprodukte oder gedünsteter Fisch. 

 

Ärztlicher Rat

 

Wie anfangs erwähnt, ist gelegentliches Überessen wenig problematisch für die Gesundheit. Treten jedoch Völlegefühl, Sodbrennen oder ähnliche Verdauungsbeschwerden gehäuft auf, sollte dies mit einem Arzt oder einer Ärztin besprochen werden, um etwaige Krankheiten frühzeitig zu erkennen oder auszuschließen.
 

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