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Der Garten. Eine Beziehungsgeschichte

begleiten, beleben, bestärken

In „Garten-Erfahrungen“ spiegeln sich viele Aspekte, die essentiell mit dem Leben in Verbindung stehen. Davon wissen auch viele biblische Traditionen.
 

Ausgabe: 2018/25
20.06.2018
- Werner Urbanz
© Victoria Kondysenko

Ein Paradies

Viele Menschen entdecken heute wieder neu eine Liebe zu Gärten in verschiedensten Formen – vom Nutzgarten für Gemüse und dem baumbestandenen Obstgarten bis hin zum Zier- und Blumengarten. In Gärten zähmt der Mensch die Natur und kultiviert sie und erschafft sie in gewisser weise auch neu. In einer der klassischsten Gartengeschichten der Menschheit, der zweiten Schöpfungserzählung im Buch Genesis (Gen 2,4–25) als erstem Teil der sogenannten Paradieserzählung (Gen 2,4–3,24), werden viele grundsätzliche Aussagen über die Quellen des Lebens gemacht.

 

Von Gott gepflanzt

Ein Garten ist ein Geschenk des Schöpfers, denn er (allein) lässt wachsen. Das erste, was Gott für den gerade von ihm aus Ackererde (adama) geschaffenen Menschen (adam) tut, ist es, einen Garten anzulegen. Diesen pflanzt Gott an einer besonderen Stelle, in Eden, einem Ort dessen Name allein schon Wonne, Vergnügen und Lust bedeutet. Gott lässt eine bunte Vielfalt herrlicher Bäume wachsen, die Früchte bringen und einfach eine Pracht sind und damit selbst zu Spendern und Erneuerern des Lebens werden (vgl. Gen 1,29). Große Weltströme bewässern nicht nur diesen Garten, sondern zeigen, dass die ganze bewohnte Welt immer noch mit dem Garten Eden in Verbindung steht und von dort ihr Lebenspotential herleitet. 

 

Vom Menschen gepflegt.

So ein Garten muss aber ständig gepflegt werden, damit er gedeihen (und im Orient überhaupt existieren) kann. Diese Aufgabe kommt dem Menschen zu (2,15). Er soll diesen bebauen, pflegen und schützen und so in seiner lebensspendenden Funktion bewahren. Damit wird aber auch der Lebensbezug zwischen dem Menschen und dem „Nährboden“ in der Form von Arbeit gepflegt und weiterentwickelt. Viele Menschen machen auch heute noch die Erfahrung, dass trotz aller Mühe die Arbeit im Garten jemanden „erden“ und neben dem „Fruchtgenuss“ auch noch viel Freude bereiten kann. Und dort kann der Mensch auch wieder auf Gott treffen, der selbst gern am kühlen Abend durch den Garten wandelt (3,8).

 

Verbundenheit

mit der Schöpfung und ihrem Schöpfer. Der Mensch lebt von Beziehungen, zu „seinesgleichen“, zur Erde und zu Gott. Gartenerfahrungen und Gartengeschichten erinnern daran, dass Gärten Orte sein können, an und in denen der Mensch vor Gott lebt.

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