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Corona-Situation verschärft

Lockdown: Keine öffentlichen Gottesdienste

Weltkirche

Öffentliche Gottesdienste werden in den kommenden Wochen nicht gefeiert, das erklärte der Bischofskonferenz-Vorsitzende Erzbischof Franz Lackner, nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz den zweiten Lockdown verkündet hatte.

Ausgabe: 47/2020
17.11.2020
Erzbischof Lackner gedachte des Terroranschlags in Wien. Die Bischöfe äußerten sich gemeinsam gegen den Terror.
Erzbischof Lackner gedachte des Terroranschlags in Wien. Die Bischöfe äußerten sich gemeinsam gegen den Terror.
© Paul Wuthe / Kathpress

Die Kirche will damit ihren Beitrag zur Erholung der angespannten Pandemie-Lage in Österreich leisten. Auch die 15 anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften kündigten an, auf öffentliche Gottesdienste zu verzichten. Aber: „Ähnlich wie beim Lockdown im Frühjahr werden die Kirchen für das persönliche Gebet offen bleiben“, so Lackner. Außerdem sei auch in diesen Wochen die seelsorgliche Begleitung von Kranken und Sterbenden möglich.

 

Pandemie-Bewältigung

Der Lockdown für Handel, Gastronomie, Schulen und kulturelle Veranstaltungen ist vorerst bis 6. Dezember angesetzt. Am Montag trafen die Religionsgemeinschaften eine Vereinbarung mit Kultusministerin Susanne Raab, die den Rahmen für das religiöse Leben während dieser Zeit vorgibt. Aufgrund der Vereinbarung präzisierten die Bischöfe die Regeln für Gottesdienste. Die Feier nicht öffentlich zugänglicher Gottesdienste ist mit maximal zehn Personen unter strengen Bedingungen zulässig, an Begräbnissen und Begräbnismessen dürfen 50 Personen teilnehmen. Die kirchliche Rahmenordnung gilt ebenso wie der staatliche Lockdown seit Dienstag, 0.00 Uhr.

 

Video-Bischofskonferenz

Die Bischofskonferenz hatte vergangene Woche zum ersten Mal online getagt. Die Bischöfe einigten sich dabei auf Erklärungen zum Terroranschlag in Wien, zur grassierenden Corona-Pandemie und zu globaler Kooperation angesichts der Bedrohungen der Schöpfung und des Friedens. „Gemeinsam gegen den Terror“ lautet der programmatische Titel der Erklärung zum Gewaltakt am 2. November, der die Gesellschaft als Ganzes und das Zusammenleben spalten und zerstören sollte, so die Bischöfe. Die Bischöfe plädieren für einen redlichen Diskurs über die Gefahr von politisch instrumentalisierter Religion im Allgemeinen und zum Vormarsch islamistischer Spielformen politischer Religion. „Jegliche pauschale Diffamierung von Religion weisen wir jedoch entschieden zurück“, hieß es. Den „Weg der respektvollen Begegnung und des ehrlichen Dialogs mit dem Islam“ wollen die Bischöfe weiterhin gehen.

 

Covid-19-Impfung

Verantwortung und Solidarität fordern die Bischöfe mit Blick auf die Covid-19-Pandemie ein. Sobald es einen geeigneten Impfstoff gibt, sollte dieser weltweit zu vertretbaren Preisen zur Verfügung gestellt werden, nationale Egoismen oder wirtschaftliche Interessen hätten hier Nachrang. Besonders schutzbedürftige Personen oder solche in systemerhaltenden Berufen sollten bevorzugt werden. Die Bereitschaft zur eigenen Impfung sei Ausdruck einer eigenverantwortlichen christlichen Haltung, so die Bischöfe. Erzbischof Lackner präzisierte bei der Veröffentlichung, das sei keine Befürwortung einer allgemeinen Impfpflicht. Er setze auf die Eigenverantwortung der Menschen.

 

Neue Politik

In einer Erklärung zur Enzyklika „Fratelli tutti“ werben die Bischöfe für eine „neue Politik“. Gegen die bisher vorherrschende „Logik einer unersättlichen Gier und Lebensausbeutung“ muss es nach Überzeugung der Bischöfe mehr als bisher gelingen, Ökonomie, Ökologie und Soziales in Einklang zu bringen. Die Bereitschaft, Fluchtursachen zu beseitigen, müsse einhergehen mit der Aufnahme und Integration schutzsuchender Menschen, „soweit dies nur irgendwie möglich ist“. Bei all dem gelte es, die internationalen Beziehungen und Institutionen zu stärken und damit Tendenzen zu Abschottung und Nationalismus zu begegnen.

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Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.

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