Helmut Nausner gehört zum „Urgestein“ der Ökumene in Österreich. Seine Erfahrungen gelebter Begegnung möchte er auch in den Dialog mit dem Judentum einbringen.
Am 15. April wurde Helmut Nausner zum neuen Präsidenten des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit gewählt. Er hoffe, so Nausner, dass er einen Beitrag dazu leisten kann, dass die geplante Begegnungs-, Dialog- und Bildungsarbeit gut weitergeführt werden kann. Die jungen Kontakte zum Koordinierungsrat in Deutschland und zur Synagoge in Budapest möchte er ausbauen. Sein Herzensanliegen aber wäre, Türen aufzumachen, damit sich Juden und Christen nicht nur auf offizieller Ebene begegnen, sondern sich persönlich und als Glaubende näher kommen. „Die entscheidenden Dinge entdeckt man nur, wenn man etwas gemeinsam tut“, ist Nausner überzeugt. Der gegenseitige Besuch von Gottesdiensten, wie ihn Richard Ames, Kantor der Grazer Synagoge, angeregt habe, sei eine gute Möglichkeit, einander besser kennen zu lernen. Nausners großer Wunsch aber wären Bibelkreise, wo Juden und Christen aus ihrer gemeinsamen heiligen Schrift lesen und miteinander über den Text ins Gespräch kommen. Nausner hat selber in vielen ökumenischen Bibelkreisen erlebt, wie wichtig und befruchtend dieses Kennenlernen im Glauben und Leben ist.
Nausner ist seit den 60er Jahren in der Ökumene engagiert: als Vorsitzender des Ökumenischen Jugendrates, als methodistischer Pfarrer in Linz und St. Pölten, als Superintendent und Schriftführer des Ökumenischen Rates der Kirchen, als Mitglied der offiziellen katholisch-methodistischen Dialogkommission.