Gelebte Solidarität übten Schüler/innen und Lehrer der HTL Steyr: Sie finanzierten mit dem Verkauf von Mineralwasser vier Trinkwasserzisternen in Brasilien.
„Uns brauchen Sie das nicht zu erklären, wir haben das im Kosovo gesehen“, war die Reaktion eines Schülers, als ein Religionslehrer erklären wollte, dass hinter dem Osterprojekt 2003 die Solidarität mit benachteiligten Menschen steht. Im Kosovo hatten Schüler/innen und Lehrer die EDV-Installation und Einschulung in einer Schule übernommen.
Im von den Vereinten Nationen ausgerufenen Jahr des Wassers 2003 bot es sich für die HTL Steyr an, Wasser auch zum Thema des diesjährigen Osterprojektes zu machen. Unter dem Motto „Wasser für neues Leben“ verkauften die Schüler/innen über 1000 Mineralwasserflaschen in der Schule, aber auch in ihrer Freizeit vor der Stadtpfarrkirche in Steyr. Sie hatten für die Flaschen ein eigenes Etikett gestaltet. Die Firma Gasteiner hatte das Wasser zur Verfügung gestellt. Da viele Käufer mehr spendeten als vorgesehen, einige auch bezahlten, ohne sich ein Wasser zu nehmen, kamen 1.400,– Euro zusammen. Damit können vier statt der geplanten drei Wasserzisternen in Brasilien errichtet werden.
Im Nordosten von Brasilien, insbesondere in der Diözese Rui Barbosa, ist das größte Problem, dass viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Krankheiten sind die Folge. Wasserquellen befinden sich vielfach auf den Gründen der Großgrundbesitzer. Die Familie Linsmaier aus Wels gründete daher den Vereinen zur Unterstützung der Landlosen in Rui Barbosa. Dieser Verein organisiert den Zisternenbau. Die Zisternen sind für die Landlosen und Kleinbauern der Region eine enorme Lebenserleichterung.Vor der Durchführung des Projektes haben sich die Steyrer Schüler/innen ausführlich mit der Thematik auseinander gesetzt. Ziel des Projektes war es schließlich, den Menschen in Rui Barbosa neue Hoffnung und Lebensmöglichkeiten zu geben.
Die Projekte im Kosovo und für Brasilien haben die Lebenseinstellungen vieler Beteiligter verändert. Ein Schüler meinte zum Schluss zu den Organisatoren: „Wenn Sie das nächste Mal was machen, sind wir wieder mit dabei.“