Am 10. Mai hält Prof. Peter Hans Dimmel den Festvortrag beim Fest der Kirchenzeitung Linz „Solidarität macht Dampf“.
Die Festgäste erwartet eine besondere Rede. Der 1928 geborene Bildhauer Peter H. Dimmel ist gehörlos, er trägt in Gebärdensprache vor. Der vielfach ausgezeichnete Künstler wirkt seit 1951 öffentlich. Er hat über 170 Werke geschaffen, die meisten für Kirchen. Peter Hans Dimmel arbeitet dabei am liebsten in Bronze. Aber auch Stein und Holz formt er künstlerisch zu Wappen, Kruzifixen, Portalen, Brunnen. Auch als Restaurator ist er tätig. Sein künstlerisches Schaffen ist mannigfaltig. Und doch hat es in den letzten Jahren abgenommen. Der taub geborene Prof. Dimmel hat sich verstärkt um die Anliegen der Gehörlosen angenommen. Er ist u. a. Leiter des Landesverbandes der Gehörlosenvereine in Oberösterreich, Professor an der Pädagogischen Akademie des Bundes in Linz für die Zusatzausbildung „Gebärdensprache“ und war Präsident des Österreichischen Gehörlosenbundes. Dimmel ist ein Streiter für Chancengleichheit. Österreich hinkt hier international weit nach. Seine Festrede im Jahr der behinderten Menschen wird daher auch auf Diskriminierungen aufmerksam machen. Etwa dass gehörlose Menschen zur Unterzeichnung notarieller Verträge zwei Zeugen brauchen. Oder dass für gehörlose Schüler/-innen die Gebärdensprache nicht gleichberechtigt der Lautsprache ist. Oder dass jetzt aktuell eine Gehörlose nicht Lehrerin werden darf, was Peter H. Dimmel und die Gehörlosenverbände bewog, österreichweit Unterschriften zu sammeln.