Am Sonntag ist Muttertag. Jedes Kind weiß es. Am Sonntag ist aber auch Weltgebetstag der geistlichen Berufe. Das wissen wenige. „Gib dem Evangelium (d)ein Gesicht“, steht als Leitsatz über diesem Tag. Muttertag und Tag der geistlichen Berufe haben gerade unter diesem Motto einen gemeinsamen Kern. Nicht um Mutterideologie oder um bloßes Amt – und wenn es auch geistlich sei – geht es, sondern um Menschen. Und beide – Mütter wie Geistliche – verstehen sich in ihrem Wesen aus dem, was sie für andere Menschen bedeuten – einer Familie, einer Gemeinde …
Der Muttertag hat in der Öffentlichkeit viel Beachtung. 120 Millionen Euro werden heuer in Österreich in Muttertagsgeschenke investiert. Der Welttag der geistlichen Berufe setzt kaum Geld in Bewegung. Trotzdem: In jeder Pfarre spüren Menschen, was es bedeutet, wenn dieses „Gesicht“ des Evangeliums kaum mehr erlebt werden kann oder gar fehlt.
Sicher, auch Laien geben dem Evangelium Gesicht – in unterschiedlichsten Berufen, als Väter, Mütter, Ledige. Sie sind in diesem Sinn „Geistliche“. Dass jemand seine Gesichtszüge ganz vom Evangelium prägen lässt, das kommt in den speziellen geistlichen Berufen zum Ausdruck. Sie verdeutlichen die Gottesbotschaft in der Gesellschaft, spiegeln die Freude der Menschen wider und ihre Sorgen, Lobgesang und Empörung. Nicht an den Konjunkturdaten orientieren sie ihr Handeln, nicht nach den Trends der Mode, sondern am Evangelium. Es ist mehr als ein Job. Es ist Leben.