„So heiß wie gekocht wird, wird nicht gegessen“. Ein Sprichwort, auf das man sich nicht verlassen sollte, mahnt der Künstler André Heller bei der Feier zum Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen: „Am Tag vor der Machtergreifung der braunen Drecksbande in Österreich sagte mein jüdischer Vater zu meiner Mama: ‚Warte es ruhig ab, es wird mit Sicherheit nicht so heiß gegessen, wie gekocht wurde‘.
Sechsunddreißig Stunden später musste er, begleitet vom Johlen des Wiener Harmours, mit einer Zahnbürste den Gehsteig der Mariahilferstraße putzen. Warte nur ruhig ab, das ist in bestimmten Situationen einer der grauenhaftesten Irrtümer. Ich rate jedem Menschenkind innig zum Vorausdenken“. Soweit André Heller. Ein Zeichen dafür, dass junge Menschen im „Zurückschauen“ ihre Bereitschaft zum Vorausdenken signalisren, ist ihre Beteiligung an vielen Befreiungsfeiern von KZ Nebenlagern. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien drei Beispiele genannt: Polnische Jugendliche nahmen in Ebensee an den Feiern teil, Schüler des Stiftsgymnasiums Seitenstetten gestalteten in Gusen mit und Schülerinnen der HBLA Weyer sowie eine Firmgruppe der Pfarre waren in Weyer dabei.