Eine noch grausamere Meldung anlässlich des Weltgebetstages um geistliche Berufe hätte es kaum geben können. Am Sonntag haben in Uganda LRA-Rebellen in den frühen Morgenstunden ein diözesanes Internat überfallen. 44 Buben zwischen zwölf und 18 Jahren, die sich auf die Ausbildung zum Priester vorbereitet hatten, wurden entführt, ein Achtjähriger getötet. Nun ist zu befürchten, dass die Opfer mit allen Mitteln zum Töten gedrillt werden. Der Vorfall macht deutlich: Die Kampagne zur Ächtung von Kindersoldaten, vor einem Jahr von Missio Austria gestartet, ist jetzt erst recht ein „Volltreffer“. Darin wird das extrem brutale Vorgehen der LRA-Rebellen angeprangert. Unverständlich jedoch ist, wie in einer Region, in der sich ähnliche Vorfälle immer wieder ereignen, die Rebellen einfach in den Schlafsaal spazieren konnten?
Walter Achleitner
- Ein nationales GutDie Sonntagsruhe sei tabu. Sie soll nicht angetastet werden, verspricht die Regierung. Gleichzeitig legt sie einen Gesetzesentwurf auf den Tisch, der es Lobbyisten ungleich leichter macht als bisher, eine Öffnung ihrer Geschäfte am Sonntag durchzusetzen. Welcher Landeshauptmann kann in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit dem Druck großer Handels- und Möbelketten widerstehen, die nur dann neue Märkte oder Einkaufscitys bauen, wenn auch am Sonntag aufgesperrt werden darf? Welcher Landeshauptmann wird hart bleiben, wenn die Hotellerie Druck macht, damit ihre Gäste auch am Sonntag das Einkaufsvergnügen nicht missen müssen? Die Sonntagsruhe ist ein nationales Gut, das man nicht der regionalen Salami-Taktik einiger Großer opfern darf.