Ausgabe: 2003/20, Gott, Gruber, Betriebsseelsorge, Allianz, Hans Gruber
15.05.2003
- Hans Baumgartner
„Der Streik ist die Notbremse des Volkes“, sagt Hans Gruber. Am 13. Mai protestierte der Arbeiterseelsorger in Wien mit Zehntausenden gegen die geplante Pensionsreform.
Seit 1. Jänner ist der Linzer Betriebsseelsorger Hans Gruber Geistlicher Assistent der Katholischen Arbeitnehmer/-innenbewegung (KAB) Österreichs. Außerdem wurde er von der Bischofskonferenz mit der neu geschaffenen Funktion eines Nationalbeauftragten für Arbeiter- und Sozialpastoral betraut. Er sieht darin die Chance, durch die engere Vernetzung von Betriebspastoral und KAB die soziale Dynamik der Kirche zu stärken. Am 1. Mai wurde mit dem Projekt „Gute Arbeit“ die erste gemeinsame Aktion gestartet. Gemeinsam unterstützt man auch die Protestmaßnahmen gegen die Pensionsreformpläne der Regierung. Hans Gruber sieht darin einen gerechtfertigten Arbeitskampf. „Denn mit diesen radikalen Kürzungsmaßnahmen werden die Menschen um die Früchte ihrer lebenslangen Arbeit gebracht. Da ist es auch legitim, die Notbremse zu ziehen. Die katholische Soziallehre fordert klar und deutlich, dass jene, die von Entscheidungen massiv betroffen sind, auch ein Recht auf Mitbestimmung haben.“
Hans Gruber ist gelernter Schmied. Über die Katholische Jugend fand er zum Priesterberuf. Bereits in den ersten Kaplansjahren kümmerte er sich um die Arbeiter auf zwei Kraftwerksgroßbaustellen.
„Ich habe dort auch immer ein paar Monate gearbeitet.“ Eine Praxis, die Gruber bei der Bahn und Post fortsetzte, als er ab 1974 die Betriebsseelsorge Linz Mitte aufbaute. 1996 war Gruber Mitbegründer der Allianz für den freien Sonntag. Auch da ging es ihm zuerst um das Wohl der Menschen.