Schwere Zeiten bringen harte Worte an die Oberfläche. Schwer sind unsere Zeiten auf jeden Fall. Die Regierung stößt mit vielen Maßnahmen auf Widerstand (Pensionsreform etwa) und Unverständnis (Stundenkürzung in den Schulen zum Beispiel).
Und die Worte werden härter. Auch auf die Gefahr hin, der Einseitigkeit verdächtig zu werden, soll hier nur ein Beispiel erwähnt werden, wohl wissend, dass schwere Wort-Geschütze in allen Parteien in Stellung gebracht sind. Hier geht es auch nicht so sehr darum, wie schwer ein hartes Wort trifft, sondern darum, dass Worte Geschichte haben, die bedacht werden sollte.
Österreich werde von einem G’sindel regiert. So ungefähr kritisierte Landesrat Josef Ackerl. Wie aus dem Gesinde, den Knechten und Mägden also, das G’sindel geworden ist, lässt sich denken. Abwertung der Wohlhabenden klingt da an. Daher ist es auch verblüfffend, dass dieses Wort zur Waffe in der Politik wird, die für sozialen Ausgleich antritt. Die Politik müsste mehr auf das Gesinde, die kleinen Leute hören, auf deren Sorgen und Ängste. In der Politik müsste mehr Platz für die einfachen und oft minder geschätzten Leute sein.