Die schlechte Lage am Arbeitsmarkt wirkt sich besonders auf die unter 25-Jährigen und ältere Menschen aus. Neben Verdienstausfall sind Isolierung und fehlendes Selbstbewusstsein die Folgen.
Mit dem Verlust der Arbeitskolleg/innen ist für die Arbeitslosen nur allzu oft auch der Verlust der Freunde und Bekannten verbunden. „Ich treffe mich kaum noch mit Freunden, da sich mein Freundeskreis weitgehend aufgelöst hat“, erzählt ein junge Frau, die erst seit kurzem ohne Job ist. Diese traurige Erfahrung müssen viele Arbeitslose machen, für viele bedeutet der Verlust der Arbeit auch eine Isolierung in der Gesellschaft. Nicht selten werden Arbeitslose von der Gesellschaft zu Hilfeempfänger/innen abgestempelt, zum Teil ist das Verhalten der Ämter unpersönlich und unfreundlich.Eine solche Erfahrung hat die 24-jährige Katharina S. machen müssen: „Als ich dann zur Bank ging, um mir mein Geld zu holen, kam ich mir richtig schäbig vor. Ich zeigte meinen Scheck her, da sah mich die Dame hinter dem Schalter in einer Art zwischen Abneigung und Ekel an – das wünsche ich wirklich keinem.“ Als Weg aus der Arbeitslosigkeit bleibt den Arbeitssuchenden oft nichts anderes übrig, als Abstriche bei den beruflichen Plänen zu machen. Der Traumjob bleibt dann leider nur ein Traum, was für das Selbstvertrauen nicht sehr förderlich ist. „Ich möchte gerne im EDV-Bereich arbeiten“, erzählt der 16-jährige Christoph P., der zur Zeit auf Lehrstellensuche ist. Dieser Wunsch ist nicht gerade leicht zu erfüllen. In diesem Bereich stehen fast keine Lehrstellen zur Verfügung, die Zahl der Interessenten ist jedoch sehr groß.
Um arbeitslose Jugendliche wieder in den Arbeitsalltag zu integrieren, ist es aber besonders wichtig, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wieder zu stärken. „Oft sind die Jugendlichen, die wir betreuen, sehr unsicher", meint Uta Schwienbacher vom Verein Markama. Dieser Verein soll insbesondere schwer vermittelbaren Jugendlichen als Unterstützung dienen. Schwienbacher betont, dass es eines der wichtigsten Ziele ist, die arbeitslosen Jugendlichen wieder an fixe Arbeitszeiten und an geregelte Tagesabläufe zu gewöhnen.
Die schlechte Arbeitsmarktlage wirkt sich besonders auf jugendliche Arbeitnehmer/innen aus. Nach Angaben des Arbeitsmarktservices (AMS) stieg die Jugendarbeitslosigkeit 2002 um 18,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gewerkschaft und Arbeiterkammer weisen auf den Mangel an Lehrstellen hin, der zur Zeit in vielen Bereichen herrscht, hin. Besonders bedroht von Arbeitslosigkeit sind Sonderschulabgänger/innen sowie Jugendliche ohne (bzw. ohne positiven) Pflichtschulabschluss.