Angst – oder zumindest Sorge. Sie zieht sich durch die Gespräche, wenn von der Zukunft die Rede ist. Sie scheint beherrschendes Thema zu sein, wenn von Kirche die Rede ist – als ob die besseren Zeiten längst vorüber wären, unwiederbringlich. Solche Rede mag den Gesprächen jener Männer und Frauen gleichen, die sich aus Furcht in die Gemäuer Jerusalems zurückgezogen hatten. Die Jünger und Jüngerinnen Jesu. Aber dann wehte plötzlich ein anderer Wind.
Es ist schon erstaunlich, wie die alte Angst immer wieder hochkommt, sich einfach nicht besiegen lässt. Dabei lautet einer der von Jesus am öftesten ausgeprochenen Sätze an die Menschen: „Habt keine Angst!“ Auch die Engel sprachen in ihren Gottesbotschaften an die Menschen immer wieder: „Fürchte dich nicht!“
Pfingsten ist das Fest, in dem die Menschen endlich diese lähmenden Ängste abschütteln konnten. Den Kleingeist haben sie besiegt, der sagt: Es geht ja nicht, das schaffst du nie und mach’ dir doch keine Illusionen.
Heiliger Geist beseelte sie. Verängstigte fanden Kraft, hinauszugehen in die Ungewissheit. Aus Mitläufern und bloßen Anhängern wurden Menschen, die aus eigenem Antrieb in die Welt hinausgegangen sind . Sie konnten auf einmal nicht mehr anders. Die besseren Zeiten wähnten sie nicht hinter sich. Die Verheißung liegt vorne. Etwas von diesem Geist war bei der Stadtmission Wien und beim Kirchentag in Berlin spürbar. Auf diesen Geist hofft auch der Mitteleuropäische Katholikentag.