Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist der große Streiktag vorbei. Während diese Zeilen entstehen, steht der Streik noch bevor. So kann hier nicht auf die Ereignisse des Tages eingegangen werden. Das Wichtigste aber ist ohnedies vor dem Streiktag geschehen.
Die Sozialpartner sind so geeint wie in den letzten Jahren kaum einmal aufgetreten. Mag sein, dass die Einigkeit in erster Linie darin bestand, das Tempo des Durchpeitschens einer Reform zu verringern, Luft zum Argumentieren zu bekommen. Leitl und Verzetnitsch haben die Regierung jedenfalls zum Verhandeln gebracht.
Dann ist der ÖGB den Weg des Streiks gegangen. Es ist zu wünschen, dass daraus ein Erfolg für die Leute mit kargen Pensionen wird. Eine Niederlage hat der Streik aber auf jeden Fall gebracht: Indem die Arbeitnehmerseite streikt, schmerzt sie der Arbeitgeberseite. Der ÖGB setzt damit die strategisch wichtige Partnerschaft die Sozialpartner einer enormen Belastung aus.
Regierung und Gewerkschaft haben den gleichen zu hohen Einsatz gewagt, nur mit anderen Vorzeichen: Sie riskieren, am Verständnis der Mehrheit vorbei zu agieren.