Bei den Pfadfinder/innen hat das Wort der Jugendlichen viel Gewicht
Ausgabe: 2003/25, Pfadfinder, Jugend
17.06.2003
- Ernst Gansinger
Die Pfadfinder/innen sind eine Jugendbewegung. Oder? Wenn es so ist, dass sich die Jugend bewegt, nicht dass sie bewegt wird, müssten die Jugendlichen auch mitreden, mitentscheiden können.
Solche Überlegungen gaben österreichweit Anstoß für einen mutigen Schritt auf Neuland. Vierzehn- bis 24-Jährige reden mit, was bei den Pfadis Thema ist. Am 14. und 15. Juni tagte in Wels der erste „Landesjugendrat“ der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Oberösterreich. Er ist das Gremium, über das die jungen Leute in Zukunft mit Gewicht mitreden werden. Sie haben in der Landesleitung Sitz und Stimme und werden in der Bundestagung über ihre Bundesvertreter/innen (Bundesjugendrat) mit gleichem Drittel-Gewicht wie das Gremium der Landesleitungen und der Präsidialrat mitreden.Von den 41 oö. Gruppen haben es rechtzeitig zum Start 17 geschafft, Jugendvertreter/innen zu entsenden. Dies ist ein kleiner Wermutstropfen der Basisdemokratie. Manche Gruppenvertreter schätzen das Interesse für die Mitsprache der jungen Leute nicht groß ein. Umso beachtlicher ist der Sprung ins kalte Wasser, den die Verantwortlichen bei den Pfadfinder/innen wagen. Sie dürften dafür belohnt werden. Die Jugendlichen gehen mit viel Engagement und Ernsthaftigkeit an ihre Aufgabe. Erste große Ziele wurden abgesteckt. Nicht Aufstand gegen die Erwachsenen (Leiter/innen und Elternräte) sondern Mitarbeit, Einbringen eigener Ideen ist ihr Motiv. Verbesserung der Kommunikation und Information ist eines der dringenden Themen, die sich die Jugendlichen vornehmen. Imageverbesserung - Pfadis sind modern, nicht verstaubt! - ein zweites.