Vier Tage war die kleine Reisegruppe im Ausland. Österreichische Zeitungen waren nicht zu bekommen, kein österreichisches Fernsehen zu empfangen und auch kein Radio war zur Hand.
Was wird sich zu Hause alles ereignet haben, fragte sich die Gruppe am Heimweg. Und neugierig wurde das Autoradio aufgedreht, als die österreichische Grenze nicht mehr weit war. Schließlich war es 17 Uhr, Nachrichten-Zeit.
Die drei Minuten Informationen genügten, dass sich die Gruppe einig war: Es ist – zumindest medial – alles beim Alten geblieben. „Wir haben nichts versäumt“, mit diesem Kommentar wurde nach den Nachrichten das Radio wieder abgedreht. Haider droht der Regierung nach wie vor und wird es der ÖVP nicht mehr so leicht machen, war eine Spitzenmeldung. Die Anpassungen der Pensionssysteme werde schwierig werden, eine zweite Top-Nachricht.
Man könnte Zeitungen von vorgestern aufschlagen und würde nicht merken, dass wir schon im Heute sind. So hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit in Österreich in ein, zwei Themen verbissen und merkt nicht, dass rundherum die Zeit weitergeht. In Österreich scheint sie still zu stehen.