Ein „gutes Geschäft“ verbindet die Tonga-Frauen aus Simbabwe mit Schülern aus Linz. Hedwig Kuthan hat es eingefädelt.
Am 25. Juni bekommt die „Auhof Basket Company“ den Herta-Pammer-Preis. Damit zeichnet die Katholische Frauenbewegung Österreichs beispielhafte entwicklungspolitische Bildungsprojekte aus. Im konkreten Fall meint Bildung vor allem Lernen durch Tun: Schüler der Handelsakademie Auhof in Linz importieren und verkaufen seit zwei Jahren schön gestaltete Körbe aus dem Handwerkszentrum in Binga. Dort lebt das Volk der Tonga, das in den 50er Jahren beim Bau des Kariba-Stausees auf mageres Land umgesiedelt wurde. Eingefädelt hat dieses „Faire-Handels-Projekt“ die Betriebswirtin Hedwig Kuthan. „Für mich ist das schon eine sehr spannende und erfüllende Sache, dass ich meinen Beruf als Lehrerin mit meinem Engagement für Entwicklungszusammenarbeit und meinen Verbindungen zu den Menschen in Simbabwe unter einen Hut bringen kann. Und ich sehe es immer wieder, wie diese Kombination auch die Schüler interessiert und herausfordert.“
Während normaler Weise im Unterrichtsfach „Übungsfirma“ die Abläufe in einem Betrieb nur simuliert werden, handeln die Schüler der 4. Klasse der HAK Aufhof tatsächlich mit Waren und Geld. Dabei entwickeln die Schüler nicht nur tolle Verkaufsideen, sie interessieren sich durch dieses Projekt auch für die Lebensbedingungen der Menschen dort und für die vielen Handelsbarrieren.
Hedwig Kuthan (53) war von 1989 bis 1992 mit ihrer Familie als ÖED-Entwicklungshelferin in Simbabwe im Einsatz. Seither sind die Kontakte nicht mehr abgerissen. Immer wieder haben sie und ihr Mann neue Projekte in Simbabwe gestartet und begleitet.