Unter diesen Bedingungen hier zu schlafen „ist extrem unbequem“, urteilte ein Priester aus Uganda. Zuvor hatte er eine Nacht unter freiem Himmel in Gulu verbracht. In der nordugandischen Stadt verbringen seit Wochen an die 10.000 Kinder jede Nacht auf Straßen, Plätzen oder in Parks. Denn dort sind sie sicherer vor Entführung durch die Rebellen der LRA als in den Häusern ihrer Eltern. Doch dem Treiben sieht nicht nur die Regierung in Kampala bisher tatenlos zu. Sowohl die EU als auch der UN-Sicherheitsrat haben nicht darauf reagiert, dass in der Region täglich 50 minderjährige Burschen und Mädchen entführt und, meist unter Drogeneinfluss, zu Kindersoldaten gedrillt werden. Es ist erschütternd, wie diese Rebellen von der Weltöffentlichkeit kaum beachtet ihr Unwesen treiben und zehntausende Kinder in Geiselhaft nehmen können. Walter Achleitner
Türen öffnen
Haben Sie vergangenen Sonntag gemerkt, dass der Mitteleuropäische Katholikentag nun auch an der Basis angekommen sein sollte? Der erste von acht Ländersonntagen wollte über die tschechische Kirche informieren und die Gläubigen einladen, für die Anliegen der Christen in Tschechien zu beten. Kennenlernen, Solidarität und die Mitarbeit am neuen Europa sind zentrale Anliegen des Katholikentages. Viel hat sich bisher – zumindest in den unteren Etagen der Kirchen – noch nicht bewegt. Da haben die europäischen Regierungschefs beim Gipfel in Thessaloniki den Kirchen einiges vorgelegt. Sie haben nach der ersten Phase der „Ost-Erweiterung“ nun auch den Ländern Südosteuropas die Tür zum Zug Richtung EU geöffnet und damit Hoffnung gesät.